Album Info

Album Veröffentlichung:
2015

HRA-Veröffentlichung:
19.03.2019

Label: Traumton

Genre: Classical

Subgenre: Chamber Music

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 96 $ 15,00
  • 1Sommer05:50
  • 2Winter04:02
  • 3Choral06:34
  • 4Lyric Song04:41
  • 5Triptychon07:15
  • 6Shadows04:08
  • 7No Bow02:14
  • 8Rhapsody in D05:45
  • 9Cyan05:35
  • Total Runtime46:04

Info zu Curiosity

Ein Streichquartett muss nicht in der Kammermusik vergangener Jahrhunderte steckenbleiben. Das haben herausragende Ensembles wie Turtle Island String oder Kronos längst bewiesen. Ebenso entschlossen wie die genannten „Wegweiser“, aber auf ganz andere Art transzendiert das Kaleidoscope String Quartet (KSQ) das klassische Format in neue Dimensionen. Auf ihrem zweiten Album Curiosity faszinieren die Schweizer mit charismatischen Eigenkompositionen und markantem Sound. Souverän lassen KSQ Genregrenzen hinter sich, changieren zwischen Eleganz, Grandezza und unprätentiösem Geist. „Die Idee ist, unterschiedliche Stile, die uns geprägt haben, in unsere eigene Klangsprache zu überführen“, erklärt Simon Heggendorn, „wir komponieren eher aus der Perspektive des Musikers und des Publikums und erheben nicht den Anspruch, Avantgarde zu sein.“

Als das Kaleidoscope String Quartet 2009 gegründet wurde, waren die Musiker gerade Mitte bis Ende Zwanzig. Den Anlass lieferte eine größere Produktion, bei der die Streicher als Partner eines Jazzquintetts glänzten. Damals noch in teilweise anderer Besetzung, beschlossen sie nach Abschluss des Projekts, „etwas eigenes auf die Beine zu stellen.“ 2011 erschien das Debütalbum Magenta, europaweite Auftritte und viel Presse-Lob folgten. 2012 wurde das Ensemble mit dem ZKB Jazzpreis ausgezeichnet, was den Tagesanzeiger Zürich jubeln ließ: „Noch nie [...] gab es einen Sieger, der sich mit einer solchen Souplesse [= Geschmeidigkeit. Anm. des Verf.] den Preis erspielt hätte.“

Der spezielle Charakter des KSQ basiert auf einer musikalischen Offenheit, die sich laut Hauptkomponist Heggendorn bei allen Beteiligten schon während des Studiums zeigte. „Es geht uns darum, Interaktion, Spontaneität und Improvisation musikalisch zu leben“, zieht der Violinist unausgesprochen eine Abgrenzung zu Klassik-Kollegen, „dabei spielen wir auch mit den Klangmöglichkeiten, die ein Streichquartett bietet.“ Der Titel des aktuellen Albums, Curiosity, könnte kaum passender sein, denn die Musik von KSQ signalisiert Neugier auf bislang noch wenig erforschtes musikalisches Terrain. „Die aktuellen Stücke sind persönlicher, die Kompositionen haben an musikalischer Tiefe gewonnen und sind insgesamt vielleicht etwas ruhiger als auf Magenta“, beschreibt Simon Heggendorn die Entwicklung. „Zwei Stücke hat David Schnee beigesteuert, was natürlich zusätzliche Facetten bringt. Zudem bewegen wir uns generell auf einem höheren Niveau, denn seit Magenta haben wir rund 70 Konzerte gespielt.“

Gerade weil die vier ihre Instrumente hervorragend beherrschen, flirten sie gerne mit einem gewissen Risiko, setzen auf Courage statt Perfektionismus. Beispielsweise haben sie sämtliche Notenblätter und dazugehörige Ständer von der Bühne verbannt. Schon die Aufnahmen klingen ungewöhnlich lebendig, spielen mit Leichtigkeit und Detailschärfe, Transparenz und Verdichtung. „Sehr wichtig sind uns die Aspekte Groove und rhythmischer Drive“, beschreibt Heggendorn die Band-Prioritäten, „Virtuosität ist nicht unser erstes Ziel, sie kann aber in Soli aufleuchten.“ Fast alle Stücke lassen Räume für Solo-Improvisationen, live wird das akustische Panorama bisweilen um ad hoc kreierte Geräuschkulissen und stimmungsvolle Klangflächen erweitert. In manchen Passagen scheinen vertraute Harmonien oder Melodien vorbei zu wehen, sie manifestieren sich aber nicht, bleiben vielmehr eine diffuse Ahnung. Das Mäandern zwischen imaginären Erinnerungen und unerwarteten Eindrücken verführt. Wie sie auf ihre teils assoziativen Ideen kommen, beantworten die beiden Komponisten überraschend unterschiedlich: „Ziemlich bewusst“, erklärt David Schnee und Simon Heggendorn sagt: „sehr intuitiv.“

Die stilistische Spannweite des Kaleidoscope String Quartet ist mutig, denn die Musiker denken beim Schreiben und Spielen nicht über mögliche Schubladen oder gar Strategien nach. „Wir empfinden es einfach als Chance, etwas Eigenständiges entwickeln zu können“, sagt Simon Heggendorn. Bestätigt wird diese undogmatische Haltung durch viele erfolgreiche Konzerte der letzten Jahre, in denen das Publikum begeistert reagierte. Klassik-, Jazz- und aufgeschlossene Pop-Hörer lassen sich von der unkonventionellen und frischen Ausstrahlung der Musiker fesseln. Und sollten vereinzelte Puristen oder Traditionalisten irritiert die Augenbrauen heben, wird das von KSQ großzügig in Kauf genommen.

Übrigens, damit keine Missverständnisse entstehen: die Landschaftsaufnahme des Albumcovers verbeugt sich nicht etwa vor der eidgenössischen Heimat. Das Panorama illustriert vielmehr jene räumliche Weite, die auch den Klang des Kaleidoscope String Quartet's bestimmt.

Simon Heggendorn, Violine
Ronny Spiegel, Violine
David Schnee, Viola
Solme Hong, Violonello




Das Kaleidoscope String Quartet
dringt fulminant in Streichquartett-untypische Gebiete vor. Die vier klassisch und in Jazz ausgebildeten Musiker finden zu einer eigenen Klangsprache, welche musikalische Grenzen auslotet und stets Anknüpfungspunkte zu Genres wie Jazz, Pop und Rock und zeitgenössischer Musik sucht. Kantige Grooves wechseln sich mit Klangmalereien ab und folkige Melodien stehen experimentierfreudigen Improvisationen gegenüber. Interaktion und Spontaneität sind zentral für das Ensemble, das sich mehr als Band denn als klassisches Quartett sieht und seine Performances ohne Notenständer gibt. KSQ’s Repertoire besteht hauptsächlich aus Eigenkompositionen von Geiger Simon Heggendorn und Bratschist David Schnee.

Im Herbst 2015 veröffentlichte das KSQ bei Traumton Records Berlin sein zweites Album “Curiosity” und stellte die CD mit einer Konzerttournee in der Schweiz, in Deutschland und in Tschechien vor. “Curiosity” fand sowohl in der deutschen und schweizerischen Fachpresse als auch in Schweizer Tageszeitungen viel Beachtung und wurde von den Rezensenten hochgelobt.

Seit seiner Gründung 2009 hat das KSQ zahlreiche Konzerte in den renommiertesten Jazzclubs der Schweiz und Deutschlands sowie an bekannten Festivals wie Cully Jazz, Langnau Jazznights oder dem Jazzfestival Willisau gespielt. Das Quartett tritt aber auch regelmässig bei Klassikreihen und Festivals, so zum Beispiel bei den Murten Classics, in der Lucerne Festival Lounge oder im Kulturcafé der Elbphilharmonie Hamburg, auf. Ferner arbeitet das KSQ immer wieder mit Künstlern und Ensembles aus den Bereichen Jazz und Klassik zusammen und realisiert auch spartenübergreifende Kunstprojekte.

Mit dem Gewinn des ZKB-Jazzpreis 2012 reiht sich das KSQ in die illustre Runde von Schweizer Ensembles und Bands ein, welche auch international erfolgreich sind und das Schweizer Musikschaffen repräsentieren und nachhaltig prägen. Das Quartett beweist, dass es ein traditionellerweise “klassisches” Ensemble durchaus mit den Grössen des Jazz aufnehmen kann: «Noch nie in der Geschichte des ZKB Jazzpreises gab es einen Sieger, der sich mit einer solchen Souplesse den Preis erspielt hätte.» (Tagesanzeiger Zürich)



Dieses Album enthält kein Booklet

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