Franz Schubert: The Piano Sonatas Vol. 1 Florian Krumpöck

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Album-Release:
2019

HRA-Release:
17.06.2019

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  • Franz Schubert (1797 - 1828): Sonata in A Minor, D537:
  • 1Sonata in A Minor, D537: I. Allegro ma non troppo08:08
  • 2Sonata in A Minor, D537: II. Allegretto quasi Andantino08:04
  • 3Sonata in A Minor, D537: III. Allegro vivace05:01
  • Sonata in B Major, D960:
  • 4Sonata in B Major, D960: I. Molto moderato22:23
  • 5Sonata in B Major, D960: II. Andante sostenuto12:03
  • 6Sonata in B Major, D960: III. Scherzo. Allegro vivace con delicatezza - Trio04:18
  • 7Sonata in B Major, D960: IV. Allegro ma non troppo09:33
  • Total Runtime01:09:30

Info for Franz Schubert: The Piano Sonatas Vol. 1



Franz Schubert zeigt mit seiner Lebensgeschichte und seinem Schaffen, gerade auch im pianistischen Repertoire, immer wieder, dass er vielleicht noch an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik steht, in seinem Denken und seinen Kompositionen dabei seiner Zeit aber ein gutes Stück voraus zu sein scheint.

Mit seiner stets spürbaren Todessehnsucht, die sich besonders poetisch in der „Winterreise“ oder der „Schönen Müllerin“ niederschlägt, aber immerzu und stets in seinem ganzen kompositorischen Schaffen präsent bleibt, ist Schubert für mich aber eindeutig als früher Romantiker denn als später Klassiker zu betrachten und zu interpretieren.

Auch wenn die Sonate Beethovens für alle Nachfolger Inspiration und Referenz sein muss und Schubert Beethoven verehrt hat, lassen sich Schuberts Sonaten nur gerecht betrachten, wenn sie völlig losgelöst von jenen Beethovens gewertet werden.

Schubert ließ sich (selbstverständlich ohne die Vorahnung über die geringe Lebenszeit, die ihm zur Verfügung stehen sollte) Zeit mit seiner ersten Sonate und unternahm mehrere Versuche, nachdem er bereits drei Symphonien geschrieben hatte. Er wählte jedoch einen anderen Weg als Beethoven.

Beethoven war im Gegensatz zu Schubert ein virtuoser Pianist:

Die Sonaten Schuberts leben von ihrer Ausbreitung, ihrer Ausweitung, von ihrem Drang, sich immer weiter fortzuspinnen und stehen damit im Kontrast zur Sonate Beethovens, die von ihren Unterschieden und der Zuspitzung der Gegenüberstellung der beiden Themen lebt.

Stets spürbar ist in vielen Sätzen von Schuberts Klaviersonaten ein psychologischer Drang zur Entschleunigung, ein Aspekt, der leider in vielen Lesarten aufgrund einer historisch informierten Interpretation der italienischen Tempobezeichnungen meiner Meinung nach häufig vernachlässigt wird, mir aber gerade vor dem Hintergrund der romantischen Betrachtung, der Introvertiertheit, ja der oft depressiven Undurchdringlichkeit seiner Werke sehr wichtig ist. Im Zusammenspiel mit Schuberts (und meiner) Heimatstadt Wien, die mich immer wieder mit dem Gefühl einer dem großstädtischen Flair entgegenstehenden Langsamkeit überrascht, erachte ich gerade diesen Aspekt (stets das aus der gleichen regionalen Keimzelle entsprungene originale „Wienerlied“ vor Augen) in meiner Gesamtaufnahme aller vollendeten Klaviersonaten dieses Komponisten als essentiell. So regional (und persönlich) diese Auffassung auch sein mag, so international ist die Sprache, die Schubert findet, um, wie kein anderer Komponist davor und danach, auch im scheinbar Fröhlichen tiefste Traurigkeit musikalisch auszudrücken.

Mit der vorliegenden ersten Veröffentlichung möchte ich dabei das Zyklische, das Schuberts Sonaten innewohnt, verdeutlichen und habe mich daher entschieden, mit der ersten gänzlich vollendeten Sonate in a-moll Opus 164 (D 537) und der letzten, wenige Monate vor seinem Tod beendete B-Dur-Sonate (D 960) einen Bogen über den ganzen Sonaten-Kosmos zu spannen.

Diese Sonaten stellen durchaus Anfang und Ende seines Schaffens dar und sind auch in ihrer Sprache teilweise recht verschieden – dennoch wird in beiden unwiderruflich Schuberts Handschrift erkennbar.

Auch wenn er zunächst einige Versuche unternahm, diese nicht beendete und sie wieder verwarf, ist der ersten vollendeten Sonate Schuberts Neuheit in dieser Gattung noch anzumerken. Sie bleibt klassisch in ihrer dreisätzigen Form und wagt dabei auch thematisch teilweise vielleicht noch nicht so viel wie spätere Werke, auch wenn die einzelnen Themen charakteristisch sind und der Mittelsatz durch seine Kantabilität hervorsticht. Vor allem durch das bereits den Duktus der späten Sonaten vorwegnehmende Innehalten in den geradezu schockierenden Generalpausen im letzten Satz sowie die abrupten Wechsel zwischen orchestralen Ausbrüchen und liedhaften Elementen in beiden Ecksätzen erhält sie ihre Bedeutung als meisterhaftes Jugend-, ja sogar Erstlingswerk.

Seine letzte Sonate, B-Dur, D 960, nach dem Tode Beethovens geschrieben und womöglich deshalb von einer eigenwilligen Selbstständigkeit durchzogen, knüpft scheinbar an die Lyrik des zweiten Satzes seiner ersten Sonate an.

Diese letzte Sonate entbehrt zumeist jeglicher Kontrastik und bietet vielmehr die Form für lange, träumerisch-schwebende, manchmal sogar scheinbar entrückt-fröhlich scheinende Melodien, unterbrochen nur hier und da von unheilvoll mahnenden Bruchstücken. Aber sind es nicht genau diese wenigen Bruchstücke, die eine eventuelle Todesahnung inmitten einer poetischen Abgeklärtheit viel schmerzvoller verdeutlichen, als jede vordergründige Tragik? Hier verbindet sich immer wieder auf unvergleichliche Art all das, was den Komponisten Franz Schubert für mich ausmacht: seine Ernsthaftigkeit, die bis zu einer intensiven Beschäftigung mit dem (wohl auch eigenen) Tod reicht, seine Liebe zur Hausmusik und zugleich zur nie wirklich gefundenen instrumentalen Virtuosität, der Sänger in ihm, der stets von der Melodie aus denkt und dabei trotzdem auch harmonisch zu neuen Ufern aufbricht und damit unnachahmlich zwischen der Zeit der Klassik und der Romantik schwebt – und damit so zeitlos ist wie kein anderer.

Florian Krumpöck, Klavier

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