Kuss Quartet & Sào Soulez Larivière
Biographie Kuss Quartet & Sào Soulez Larivière
Sào Soulez Larivière
Der französisch-niederländische Bratschist Sào Soulez Larivière baute sich schnell eine blühende Karriere als vielseitiger Musiker auf. Er fasziniert das Publikum mit seinem Spiel und seiner originellen Programmierung und bemüht sich, die Zugänglichkeit und Wahrnehmung klassischer Musik in unserer modernen Welt zu erweitern.
Er wurde von den International Classical Music Awards (ICMA) zum „Young Artist of the Year“ 2023 ernannt und von der European Concert Hall Organisation (ECHO) als „Rising Star“ nominiert, was bedeutet, dass er in der Saison 2024/25 in den bedeutendsten Konzertsälen Europas auftreten wird.
Diese Erfolge bauen auf seiner wachsenden internationalen Karriere auf, die durch jüngste Wettbewerbserfolge vorangetrieben wird, darunter der erste Preis beim Prague Spring International Competition 2023, sowie Hauptpreise bei den Wettbewerben von Tokio, Oskar Nedbal, Max Rostal, Cecil Aronowitz und Johannes Brahms.
Kammermusik stand schon immer im Mittelpunkt seiner musikalischen Erziehung. Seine Liebe zur Musik teilte er mit seiner Schwester, der Geigerin Cosima Soulez Larivière, mit der er noch immer häufig auftritt. Sào ist auch Mitglied des Frielinghaus Ensembles, das mehrere von der Kritik gefeierte Alben veröffentlicht hat.
Als Fürsprecher der Erweiterung des Horizonts des Bratschenrepertoires, arrangiert er gerne Werke für sein Instrument und fördert zeitgenössische Musik. Die Zusammenarbeit mit renommierten Komponisten wie Fazil Say, Olli Mustonen und Julia Wolfe gab ihm die beispiellose Gelegenheit, tiefer in die kreative Seite der Musik einzutauchen.
Geboren 1998 in Paris, begann Sào seine musikalische Laufbahn ursprünglich mit der Geige. Schon in jungen Jahren erhielt er ein Stipendium für ein Studium bei Natasha Boyarsky an der Yehudi Menuhin School in England. Dort entdeckte er die Bratsche durch Kammer- und Orchestermusik und beschloss, sich in seinen späteren Schuljahren voll und ganz dem Instrument zu widmen.
Seine künstlerische Entwicklung wurde durch die Zusammenarbeit mit vielen renommierten Musikern wie Jean Sulem, Nobuko Imai, Antoine Tamestit, Boris Garlitsky und Steven Isserlis zutiefst bereichert.
Sào lebt in Berlin und schloss seinen Bachelor of Music bei Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ ab. Seinen Master-Abschluss erwarb er an der Kronberg Academy, wo er derzeit das Professional Studies-Programm absolviert.
Das Unterrichten ist zu einer großen Leidenschaft in Sàos musikalischem Leben geworden, und er freut sich, ab Herbst 2023 als Professor für Bratsche an der Universität Mozarteum Salzburg berufen zu werden.
Er wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter dem „Ritter Preis“ der Oscar und Vera Ritter-Stiftung und dem Fanny Mendelssohn Förderpreis, der ihm die Veröffentlichung seines Debütalbums „Impression“ ermöglichte.
Sào ist außerdem Stipendiat des Yehudi Menuhin „Live Music Now“ e.V. Berlin und war für der Saison 2023/24 Classeek Ambassador. Er erhielt großzügige Unterstützung von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz. In den Jahren 2024-26 wird er am Career Advancement Program der Günther Caspar-Stiftung teilnehmen.
Sào spielt eine Bratsche, die 2013 von Fréderic Chaudière in Montpellier gebaut wurde.
Seit 2022 studiert er an der Kronberg Academy bei Tabea Zimmermann, ermöglicht durch das Leber-Patronat.
Kuss Quartet
Alles bleibt anders – die ständige Veränderung ist die einzige Gewissheit unserer Zeit. Das Kuss Quartett setzt genau hier an: Es initiiert mit Mut und Entdeckerlust neue Programme und Formate und verwandelt die Themen der Gegenwart in Kunst. Seine Stärke bezieht das Quartett gleichermaßen aus Experimentierfreude und der Hingabe an das klassische Repertoire von Haydn bis Schubert. Damit begeistert es das traditionelle wie das innovationsfreudige Publikum und öffnet Ohren für das Unbekannte. Das Kuss Quartett steht also für beides: Innovation und Tradition – und beides in Exzellenz.
Dabei setzt es seit vielen Jahren nicht nur mit seiner Programmgestaltung neue Maßstäbe: Konzeptalben, Kompositionsaufträge, genreübergreifende Formate sowie die Zusammenarbeit mit Künstlerkollektiven gehören zu den Markenzeichen des Kuss Quartett. Die musikalische Reise begann 1991 mit den beiden Geigern Jana Kuss und Oliver Wille. Gemeinsam mit William Coleman (Viola) und Mikayel Hakhnazaryan (Violoncello) feiert das Ensemble 2027 ein Vierteljahrhundert internationale Bühnenpräsenz.
Zu Beginn seiner Karriere wurde das Kuss Quartett vom Deutschen Musikrat und beim Borciani-Wettbewerb mit ersten Preisen ausgezeichnet, erhielt einen Borletti-Buitoni Award und war „Rising Star“ der European Concert Hall Organisation. 2019 erhielt das Ensemble als erstes Streichquartett aus Deutschland das legendäre Paganini-Quartett von Stradivari als Leihgabe von der Nippon Music Foundation. Auf diesen Instrumenten spielte das Quartett auf Einladung der Suntory Hall Tokio Beethovens kompletten Streichquartettzyklus. Die dort entstandene Live-Aufnahme wurde von der Presse begeistert aufgenommen: „Eine der interessantesten Gesamtaufnahmen der immer unglaublichen Beethoven Streichquartette, die stets erschreckend neu und wie gerade erfunden wirken, wenn sie ein hervorragendes Ensemble zu spielen versteht“, so die Süddeutsche Zeitung.
Nach den erfolgreichen Konzeptalben Krise und FREIZeit setzte das Ensemble 2025 mit Schuberts Der Tod und das Mädchen neue Maßstäbe: Die visionäre Verknüpfung mit Werken von Iris ter Schiphorst und Mark Andre wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik und als Editor’s Choice des Gramophone Magazine gewürdigt. 2026 wurde das Kuss Quartett für die Ersteinspielung der Werke von Ernst Gernot Klussmann mit dem renommierten International Classical Music Award (ICMA) ausgezeichnet. In der aktuellen Saison widmet sich das Quartett mit einem dreiteiligen Album-Projekt den Mozart-Streichquintetten, dialogisch gespiegelt durch zeitgenössische Miniaturen („Postkarten an Mozart“) von Manfred Trojahn, Enno Poppe, Rebecca Saunders, Isabel Mundry, Sarah Nemtsov und Matthew Shlomowitz. Das erste, im Frühjahr 2026 erschienene Album, das sie gemeinsam mit der Bratschistin Muriel Razavi aufgenommen haben, löste bereits begeisterte Presseresonanz aus: SWR Kultur bescheinigt dem Quartett „ungebändigte Energie und Präsenz“ und „akribische Perfektion im Detail“, das Magazin Pizzicato attestiert eine „einmalige Ausdrucksstärke und Stilsicherheit“.
Das Kuss Quartett hat zahlreiche neue Werke in Auftrag gegeben und uraufgeführt. So wuchs das Repertoire für Streichquartett stetig durch Kompositionen von Enno Poppe, Aribert Reimann, Manfred Trojahn, Bruno Mantovani, Iris ter Schiphorst, Johannes Fischer, Mark Andre, Francisco Coll und Mauro Montalbetti. 2025 brachte das Quartett Sara Glojnarićs neues Werk Songs for the End of the World zusammen mit der Sopranistin Sarah Maria Sun in Witten zur Uraufführung; im Juli 2026 folgte die Uraufführung von Johannas Maria Stauds 2. Streichquartett Cahier des équilibres mouvants beim Festival Carinthischer Sommer. Kooperationspartner dieser Auftragswerke waren unter anderem das Concertgebouw und Muziekgebouw Amsterdam, die Paris Biennale, die Wigmore Hall, das Wiener Konzerthaus sowie die Elbphilharmonie Hamburg.
Regelmäßig kooperiert das Kuss Quartett mit Künstlerkollektiven, um gemeinsam Genregrenzen zu überwinden, wie z.B. mit dem KUSS@KOKON-Projekt mit den Tänzern Yui Kawaguchi und Ruben Reniers, dem Schlagzeuger Johannes Fischer und Slam Poetrist Bas Böttcher. Eine enge und regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit dem Musik- und Tanztheater-Kollektiv Nico and The Navigators. Das gemeinsame Beethoven-Projekt Force & Freedom wurde 2022 als Musikfilm von ARTE TV produziert und ausgestrahlt. Diese erfolgreiche Kollaboration wurde 2025 im Berliner Radialsystem mit der Musiktheater-Produktion Quartett zum Quadrat fortgeführt, die Heiner Müllers Theaterstück Quartett mit den späten Streichquartetten von Leoš Janáček verbindet. Zu den regelmäßigen musikalischen Partnern zählen zudem Künstler wie Miklós Perényi, Dénes Várjon, Pierre-Laurent Aimard, Maurice Steger und Alexander Lonquich.
Das Kuss Quartett inspiriert heute die nächste Generation in zahlreichen Meisterkursen und lehrt an führenden europäischen Musikhochschulen: Oliver Wille als Professor für Streicherkammermusik an der Hochschule für Musik in Hannover, William Coleman ist Professor für Viola und Kammermusik am Salzburger Mozarteum, Mikayel Hakhnazaryan unterrichtet als Dozent für Kammermusik an der Hochschule für Musik Karlsruhe und Primaria Jana Kuss ist Gast-Dozentin an renommierten Instituten wie der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden oder der italienischen Accademia Perosi in Biella.
