Leipziger Streichquartett


Biographie Leipziger Streichquartett


Das Leipziger Streichquartett
hat sich in den 35 Jahren seines Bestehens zu einem der gesuchtesten und vielseitigsten Ensembles dieser Gattung entwickelt. 1988 gegründet, waren drei seiner Mitglieder im Leipziger Gewandhausorchester tätig, bis sie nach intensiven Studien bei Gerhard Bosse und Karl Suske in Leipzig, dem Amadeus-Quartett in London und Köln, Hatto Beyerle in Hannover und Walter Levin in Lübeck 1993 das Orchester verließen, um sich fortan ausschließlich der Kammermusik zu widmen.

Seitdem hat das Ensemble zahlreiche internationale Ehrungen und Preise erhalten. So gewann es 1991 den renommierten internationalen ARD-Wettbewerb in München und den Gebrüder-Busch-Preis; im folgenden Jahr wurde es mit dem Förderpreis des Siemens-Musikpreises ausgezeichnet, ausserdem erhielt es ein Stipendium des Amadeus Scholarship Fund und der Stiftung Kulturfonds.

Über 25 Jahre gestaltete das Ensemble seine eigenen Konzertreihe »Pro Quatuor« in Leipzig; daneben führten eine rege Konzerttätigkeit und regelmäßige Einladungen zu namhaften Festivals in über 40 Länder Europas, der USA und Südamerikas, sowie Australien, Japan, Israel, Afrika und Asien.

Die langjährige Zusammenarbeit mit musikalischen Partnern wie dem Klarinettisten Karl Leister, dem Cellisten Michael Sanderling, den Bratschisten Barbara Buntrock und Hartmut Rohde, den Pianisten Alfred Brendel, Menahem Pressler, Andreas Staier und Christian Zacharias, den Sopranistinnen Juliane Banse und Christiane Oelze, dem Bariton Olaf Bär oder dem »King of Klezmer« Giora Feidman haben über viele Jahre das Repertoire des Ensembles bereichert.

Seit 1992 spielt das Ensemble sein umfangreiches Repertoire – darunter Gesamteinspielungen der Werke von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart sowie der gesamten Zweiten Wiener Schule – exklusiv für die Firma Musikproduktion Dabringhaus und Grimm auf CD ein.

Die entstandenen Aufnahmen – mittlerweile liegen etwa 100 Einspielungen vor – werden von der internationalen Fachkritik hochgeschätzt und erhielten zahlreiche Ehrungen wie den Diapason d’Or, den Premios CD-Compact, den Indie Award und fünf ECHO-Klassik-Preise.

Momentan widmet sich das Ensemble dem Streichquartettschaffen Joachim Raffs sowie der Gesamtaufnahme der Haydn’schen Streichquartette, die 2024 abgeschlossen sein soll.

Ein wichtiges Anliegen war immer auch die Beschäftigung mit zeitgenössischen Komponisten — so kamen zahlreiche Uraufführungen von Beat Furrer, Jörg Widmann, Wolfgang Rihm, Steffen Schleiermacher, Christian Ofenbauer, Siegfried Thiele, Bernd Franke, Cristóbal Halffter und vielen anderen zustande; im Jahr 2022 stand die Aufführung der »Plappergeister« von Thomas Agerfeldt Olesen beim WDR-Funkhauskonzert in Köln auf dem Programm.

Das LSQ war auf Einladung von Claudio Abbado 10 Jahre lang Mitglied des Lucerne Festival Orchestra und nahm von 2009–2014 eine Gastprofessur an der Tokyo University of the Art (Geidai) wahr.



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