Steady As She Goes Holler My Dear

Album Info

Album Veröffentlichung:
2018

HRA-Veröffentlichung:
01.02.2018

Label: Traumton

Genre: Pop

Subgenre: Pop Rock

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 48 $ 13,50
  • 1Steady As She Goes02:49
  • 2Forward04:00
  • 3Home Away from Home04:39
  • 4Seeds of Concord04:10
  • 5Dream Sequence03:13
  • 6Little by Little04:01
  • 7Nemories05:19
  • 8The Deep01:13
  • 9Orchid Song, Pt. 103:24
  • 10Orchid Song, Pt. 201:45
  • 11Steady As She Goes (The More the Merrier)05:01
  • 12Scintillating Lady05:04
  • 13Wrong Thing’s Some00:37
  • 14Something’s Wrong05:12
  • 15Zwischen den Städten05:59
  • 16Afterword06:08
  • Total Runtime01:02:34

Info zu Steady As She Goes

Disco-Folk mit Groove und Geist: Schon der erste Song des neuen Albums macht klar, wohin Holler My Dears musikalische Reise diesmal geht. „Steady As She Goes“ signalisiert Zuversicht, Mut und Bewegung. Die internationale Band aus Berlin weiß: Wenn die Schatten auf der Welt länger werden, hilft kein Lamentieren, sondern optimistische Entschlossenheit. Entsprechend klingt die Musik wie ein Soundtrack zum selbstbewussten Aufbruch, zum couragierten Schwimmen gegen den Strom. Natürlich gibt es auch nachdenkliche Momente und ruhige Balladen. Insgesamt überwiegt aber die Lust, fröhlich aus der Reihe zu tanzen. Beflügelt von einer Musik, die uplifting, um nicht zu sagen erhebend klingt. Wunderbare Melodiebögen, Ohrwurm taugliche Hooklines, triumphierende Chöre und infizierende Grooves werden von der mitreißenden, zwischen Soul, Pop und Jazz changierenden Stimme Laura Winklers gekrönt. Sie vermitteln gut gelaunten Widerstand, vertreiben Tristesse mit hintergründigem Witz und strahlen eine Leichtigkeit aus, die nie leichtfertig wird. Untrennbar damit verbunden sind kluge Songtexte, die Reflexionen über den Lauf der Welt in direkte, gewitzte oder poetische Worte fassen.

Bereits Holler My Dears zweites Album Eat, Drink & Be Merry wurde vor knapp drei Jahren für einen ungewöhnlichen, weitgehend akustischen Sound gefeiert, in dem Trompete, Akkordeon und Mandoline aus ihren Traditionen heraustraten, um etwas Neues zu kreieren. Noch mehr Eindruck hinterließ Laura Winklers enorm wandlungsfähiger Gesang und ihre schon damals optimistisch formulierte Nachdenklichkeit. „Jedes Stück steuert unaufhaltsam auf einen hymnischen Höhepunkt hin, in dessen glühendem Kern Winklers meisterhafte Singkunst strahlt”, stellte Rondo fest. Das Magazin Folker lobte, „progressive Musik lässt sich auch ohne elektronische Effekte machen“, Andreas Fellner von Ö1 diagnostizierte „Musik als Anti-Depressivum“, andere hoben den „kunstvollen Pop-Gestus“ (Mica – Music Austria) hervor oder die Grenzenlosigkeit der Musik.

Die Internationalität des Sounds liegt in den Genen des Sextetts. Laura Winkler, 1988 in Graz geboren, studierte an der dortigen Hochschule Gesang und Komposition und zog im September 2011 nach Berlin. Schlagzeugerin Elena Shams und Akkordeonist Valentin Butt kamen schon einige Jahre davor unabhängig voneinander aus Russland in die deutsche Hauptstadt. Bassist Lucas Dietrich war ursprünglich im Vorarlberg zuhause und lebte drei Jahre in Paris, Trompeter Stephen Molchanski spielte zuvor in London mit einer Hiphop-Band und beim Alternative Dubstep Orchestra. Den kürzesten Weg nach Berlin hatte der Brandenburger Fabian Koppri. Im Winter 2011/12 fand sich die Band zusammen. Zuletzt kam mit dem Singer/Songwriter Ben Barritt ein weiterer Brite hinzu, der hin und wieder live mitspielt und nun auch bei der Produktion des neuen Albums Akzente setzte. Alle Persönlichkeiten bringen ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe ein. Molchanskis Trompete klingt nach New Orleans-Jazz oder Vaudeville-Trunkenheit, dazu rappt er gekonnt ironisch. Das Akkordeon weckt Balkan- oder französische Musette-Erinnerungen, dabei spielt Butt so versiert und vielseitig, dass er auch schon von den Berliner Philharmonikern und diversen Theatern engagiert wurde. Elena Shams trommelt mit hörbarem Spaß Disco-Beats und lässt ihr Faible für kleinteilige, verspielte Figuren erkennen. Barritt ist als erklärter Steely Dan-Fan Spezialist für zweite Stimmen und fokussierte Einsätze, etwa markante Funk- und andere Gitarrenriffs.

Über allem schwebt, als Kraft- und Gravitationszentrum, Laura Winklers famoser Gesang. Lebendig wie eh und je, in bestimmten Farben noch souveräner, reicht ihr Spektrum von leicht verträumten, atmosphärischen Momenten bis zu Gospel ähnlicher Expressivität. Dazwischen liegen rhythmische Phrasierungen, schnell gesprochene und verdichtete Zeilen und jubilierende Aufschwünge. Ihr unwiderstehlicher Enthusiasmus zaubert immer wieder Lächeln auf die Gesichter des Publikums.

Laura Winkler ist Haupt-Komponistin und -Autorin der Band, ihr feiner Humor bewahrt selbst tiefgründige Passagen vor zu viel Melancholie. Musikalisch, vor allem aber in den Texten, wird Winkler auf Steady As She Goes direkter als früher. Trotzdem stecken die Songs voller Details. „Ich liebe es, wenn Alben wie Filme, Romane oder Reisen wirken, man einfach nicht aufhören will, sondern immer weiter hören möchte. Deswegen habe ich mir schon beim Schreiben Gedanken darüber gemacht, wie die einzelnen Stücke harmonisch zueinander passen, in welcher Reihenfolge sie auf die CD kommen sollten. Es war auch mein Ziel, sie luftiger anzulegen, weil sie von der Band später sowieso verdichtet werden.“ Manche Facetten, etwa stilistische Elemente und Metaphern, kommen im Lauf des Albums mehrfach vor. „Zu Begriffen wie Wasser und Sturm haben wir bestimmte Sounds kreiert“, erklärt Winkler, „zudem gibt es wiederkehrende Themen in den Texten.“ Vor allem ihr erklärtes Plädoyer für Offenheit, Pluralität und Menschlichkeit sowie klare Absagen an Ausgrenzung, Angstmacherei und reines Kalkül. Diversität zeigt Laura Winkler auch auf persönliche Weise in „Little By Little“, wo sie offen über queere Inhalte singt. Absurditäten heutiger elektronischer Kommunikation thematisiert sie in „Orchid Song“ dagegen poetisch. „Wir wollen zu unserem Publikum sprechen und erzählen, wie wir die Dinge sehen, was uns an die Nieren geht.“ Absurditäten heutiger elektronischer Kommunikation thematisiert Winkler in ‚Orchid Song‘dagegen poetisch. „Wir wollen zu unserem Publikum sprechen und erzählen, wie wir die Dinge sehen, was uns an die Nieren geht.“, sagt Winkler.

Viele internationale Konzertreisen in den vergangenen Jahren haben die Band noch enger zusammengebracht. Erlebnisse wie in Mexiko City, „wo mehrere 1000 Zuschauer bei unserem Auftritt hopsen wollten“, sind als Eindrücke ebenso in die neuen Songs geflossen wie solche in Iran und Kasachstan, Japan, Korea oder Estland. „In Teheran wurden wir ständig angesprochen, die Menschen wollten sich unbedingt austauschen.“ Umso gespannter ist die Band auf ihre erste Malaysia-Tour Anfang Dezember, wo sie u.a. beim „Penang Island Jazz Festival“ auftritt.

Unter dem Eindruck der Tournee-Erfahrungen spielen Holler My Dear heute noch gezielter mit Dynamik, streuen zwischen ihren markanten akustischen Klänge auch zeitgemäße elektronische Vignetten. Wenn Holler My Dear an Disco denken, meinen sie vor allem jene Klassiker wie Gloria Gaynors „I Will Survive“ aus der Zeit, als Disco über Glamour und Hedonismus hinaus noch eine gesellschaftliche Bedeutung hatte, ein solidarisches Lebensgefühl vermittelte. „Die Idee, noch etwas stärker zum Tanzen zu animieren bedeutet ja nicht, das Filigrane in unserer Musik aufzugeben“, betont Laura Winkler.

Dem Albumtitel Steady As She Goes wohnt eine klare Botschaft inne. „Das Schiff auf Kurs halten“ bedeutet nicht unbedingt gradlinige Stabilität, sondern sich durch hohen Wellengang einen womöglich schwankenden, austarierten Weg zu bahnen. „Man muss flexibel sein, das Stetige liegt im Unsteten. Dabei denken wir an ‚Don't Panic!‘ aus Per Anhalter durch die Galaxis“, grinst Laura Winkler, stellvertretend für die Band. „Veränderungen sind Teil unseres Lebens und wir bleiben in Bewegung.“ Es ist eben diese Haltung, die Holler My Dears Steady As She Goes zu einer ganz besonderen Pop-Platte macht, auf der Leichtigkeit und Tiefgang, Leidenschaft und Grandezza Höhenflüge unternehmen.

Laura "Laus" Winkler, Gesang
Stephen Molchanski, Trompete, Gesang
Fabian Koppri, Mandoline, Gesang
Valentin Butt, Akkordeon
Lucas Dietrich, Kontrabass
Elena Shams, Schlagzeug

Recorded by Wolfgang Schiefermair at Traumton Studio, 2017
Mixed by Wolfgang Schiefermair at Teldex Studio, 2017
Mastered by Martin Scheer, 2017
Produced by Ben Barritt & Wolfgang Schiefermair




Holler My Dear
Ursprünglich aus London stammt der versierte Trompeter Stephen Moult. In England spielte er mit einer Hiphop-Band und beim Alternative Dubstep Orchestra, studierte außerdem zeitgenössische Musik; bei Holler My Dear bewegt er sich zwischen Jazz, Funk, Vaudeville und Balkan-Folk. Schlagzeugerin Elena Shams und Valentin Butt kamen einst aus Russland nach Berlin; mögliche slawische Mitbringsel lassen sich natürlich im Sound des Akkordeons eher finden als in Shams sensiblen bis kraftvollen Rhythmen. Butt spielte bereits bei den Berliner Philharmonikern und an vielen renommierten Berliner Theatern; bisweilen erinnert seine Harmonika-Ästhetik an französische Musette, manchmal geht der mehrfache Preisträger Richtung Jazz. Lucas Dietrich war ursprünglich im Vorarlberg zuhause, lebte drei Jahre in Paris und kreiert nun neben leichtfüßigen Basslinien auch den grafischen Look der Band, vom Artwork des Albums bis zur Website. Den kürzesten Weg nach Berlin hatte der Brandenburger Fabian Koppri. Neben Mandoline spielt er unzählige Gitarren und schreibt mitunter Filmmusik; Laura Winkler lernte er bei der gemeinsamen Arbeit für eine Tanzperformance kennen. „Wir sind alle ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die aber prima zusammen passen“, freut sich Koppri, „wegen unserer diversen musikalischen Hintergründe denken wir nie über Genres nach. So können wir uns selbst immer wieder überraschen.“

Im Herbst 2013 erschien das Debütalbum von Holler My Dear, seitdem waren sie durch viele Länder bis nach Kairo auf Tournee. Für ihr neues Werk Eat, Drink And Be Merry haben sie sich mehr Zeit genommen, um die Songs mit ausgeprägtem Stilwillen und feinen Details auszustatten. „Der Grundsound der Band ist mit Trompete, Akkordeon und Mandoline eher hell“, sagt Laura Winkler, „daher haben wir nun auch mit Rhodes Piano und E-Gitarre noch einige dunklere Klänge eingespielt. Zudem luden wir uns Gäste an Violine, Bratsche, Cello und Vibraphon ein, für noch mehr komplementäre Klangfarben.“ Während der kreativen Arbeit im „Ballsaal“ des Traumton-Studios kamen weitere Sounds hinzu. „Letztlich haben wir das, was im Pop normalerweise erst in der Post-Production gemacht wird, schon live im Studio hergestellt“, erklärt Lucas Dietrich. „Das sphärische Intro ist nicht etwa elektronisch generiert, sondern komplett akustisch“, grinst Valentin Butt, „wir haben Geräusche von fallenden Plastiktüten eingefangen, Stimmen und Instrumente im Saal verteilt und mehrere Schichten übereinander gelegt.“ Zur Dramaturgie des Albums gehören aber auch live und direkt eingespielte Songs, die jene „uplifting“ Energie ausstrahlen, die Holler My Dear-Fans bei Konzerten immer wieder fesselt.

Ihre Texte beschreibt Laura Winkler als „optimistisch formulierte Nachdenklichkeit“; in Tiramisu kehrt sie lustvoll-sarkastisch Klischees um. Schon vor einer Weile entstand das hymnische Have You Seen The Troll, das sich mit einer Selbstfindung beschäftigt. „Obwohl ich noch nicht weiß, wie ich hin komme, habe ich das Ziel klar vor Augen und mache mich auf den Weg“, bringt die Autorin ihre metaphorische Geschichte auf den Punkt. Ganz bewusst fällt in diesem Zusammenhang das Wort „pride“. Ähnliche Gedanken stehen hinter dem Song Move On. Er kreist um die Kraft gesellschaftlicher Normen, die sich beispielsweise in konventionellen Geschlechterrollen manifestieren, aus denen mancher auszubrechen sucht. Laura Winklers Poesie ist persönlich, aber kein vertontes Tagebuch. Stets lässt sie Raum für Interpretationen der HörerInnen und nähert sich auf gewisse Art den von ihr sehr geschätzten QuerdenkerInnen Joni Mitchell und Antony Hegarty. Was hat der Titel des Albums, Eat, Drink And Be Merry, mit all dem zu tun? „Er fängt den Geist der Band ein“, erklärt Laura Winkler, „das Stück selbst ist eine Liebeserklärung an Berlin, an diese verrückte Stadt, in der so viele Kulturen, Haltungen und Orientierungen nebeneinander existieren können.“ Stephen Moult ergänzt: „Wir sind als Band sicher genauso bunt wie die Stadt. Davon abgesehen eint uns auch, dass wir alle einen Hang zum Genuss haben. Sind wir auf Tournee, geht’s meist darum, wo's gutes Essen gibt. Auf unserer Website führen wir sogar einen Blog über Cafés und andere kulinarische Sachen.“

Die Courage, auf eigene Ideen und Ideale zu vertrauen, macht die Frische von Holler My Dear aus. Programmatisch für ihren städtischen Songwriter-Gypsy-Folkpop, den die Band pfiffig als „handgerührte Feinmusik“ beschreibt, mögen die ersten Zeilen des Albums stehen: This is a new beginning, a brand new fearless start. Die fröhlich formulierte Zuversicht, take the risk to slip on the banana peel, reicht bis zum letzten Stück, You Can Be Anything. Wer wollte sich diesem Esprit verschließen?

Dieses Album enthält kein Booklet

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