Kisses On The Bottom Paul McCartney

Cover Kisses On The Bottom

Album Info

Album Veröffentlichung:
2012

HRA-Veröffentlichung:
17.07.2014

Label: Universal Music

Genre: Jazz

Subgenre: Vocal

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1I'm Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter02:35
  • 2Home (When Shadows Fall)04:04
  • 3It's Only A Paper Moon02:34
  • 4More I Cannot Wish You03:03
  • 5The Glory Of Love03:44
  • 6We Three (My Echo, My Shadow And Me)03:22
  • 7Ac-Cent-Tchu-Ate The Positive02:31
  • 8My Valentine03:14
  • 9Always03:49
  • 10My Very Good Friend The Milkman03:04
  • 11Bye Bye Blackbird04:26
  • 12Get Yourself Another Fool04:41
  • 13The Inch Worm03:42
  • 14Only Our Hearts04:21
  • Total Runtime49:10

Info zu Kisses On The Bottom

Auf seinem am 03. Februar 2012 veröffentlichten Album widmet sich Paul McCartney der Jazz-Ära. Damit schließt er einen Kreis: Die Beatles waren dem Jazz gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Musik von Cole Porter, Fats Waller oder Harold Arlen gab Lennon und McCartney die Bausteine. “Yesterday“ und andere Beatles-Songs bekamen dann schnell ihren Platz im Repertoire von Jazzern wie Ella Fitzgerald und Frank Sinatra.

Mit “Kisses On The Bottom“ verneigt sich der Sänger und Gitarrist nun vor diesen Broadway-Songs aus einer Zeit, als Jazz Popmusik war. Mit ihnen wuchs McCartney in Liverpool auf. Über sie lernte er die Musik lieben.

Begleitet von Diana Kralls Pianotrio mit Robert Hurst am Bass und Karriem Riggins am Schlagzeug, haucht McCartney dem Genre neues Leben ein.

Bestechend offenbart sich die Verwandtschaft von Albumtiteln wie “Ac-cent-tchu-ate The Positive“, “We Three“ oder “My Very Good Friend the Milkman“ mit Beatles-Songs á la “When I´m Sixty-Four“, “I´m So Tired“ oder “Honey Pie“.

Nahtlos fügen sich 2 neue Originalkompositionen, die McCartney für das Album geschrieben hat, in den Kanon von “Kisses On The Bottom“ ein: “My Valentine“ mit Eric Clapton an der Gitarre, klingt wie aus einer vergessenen Broadway-Show, und “Only Our Hearts“ mit Stevie Wonder ginge als ein Song von George Gershwin durch.

Erstaunlich ist die Schlichtheit, mit der McCartney mit dem Material umgeht. Er, der wahrlich nichts mehr beweisen muss in der Musikwelt, hält sich weit entfernt davon, die Originale überflügeln zu wollen, zeigt immensen Respekt, während er vom Songschreiber zum Interpreten wechselt.

Verschiedene Titel hat er mit zurückhaltenden Orchester-Arrangements instrumentiert, gespielt vom London Symphony Orchestra unter der Leitung von Alan Broadbent. Auch mit dieser Klangfülle hält McCartney Abstand von opulentem Big-Band- oder Las Vegas-Sound, zeigt sich als Meister des Understatements.

Produziert vom Grammy-Gewinner Tommy LiPuma (Anita Baker, Natalie Cole, George Benson, Al Jarreau) mit dem Sound-Engineer Al Schmitt am Mischpult, enthält das Repertoire (neben Standards wie “It´s Only A Paper Moon“) diverse wiederentdeckte Perlen des “American Songbooks“.

Aufgenommen wurde “Kisses On The Bottom“ in den legendären Capitol-Studios von Los Angeles, in den New Yorker Avatar-Studios und last-but-not-least in Londons Abbey Road-Studios (mit denen Ex-Beatle McCartney ja einiges verbindet).

„Eine Herzensangelegenheit: Maccas Reise in das Goldene Zeitalter' (Rolling Stone)

„McCartney macht Swing, als Ehrerbietung und weil es ihm Spaß macht. Selbstverständlich klingt das dann auch noch großartig.' (Stereoplay)

„Nicht jedermanns Geschmack, aber ehrlich, manchmal geht’s direkt unter die Haut.' (Good Times)

Recorded at Abbey Road Studios, London, Avatar Studios, New York, Capitol Studios, Los Angeles
Engineered by Elliot Scheiner, Al Schmitt, Steve Genewick, Brian Montgomery
Produced by Tommy LiPuma


Paul McCartney
Der Kinostart des Michael Jackson-Films "This Is It" beschäftigte Ende Oktober 2009 das Feuilleton noch einmal mit Fragen über den "King of Pop". Was war Jacksons Problem gewesen? Wurde er das Opfer seines eigenen Perfektionismus, seiner fixen Idee, sich selbst noch übertrumpfen zu müssen? Eine andere offene Frage bei Jackson ist: was passiert mit den Verlagsrechten des Beatles-Katalogs? 1985 hatte Jackson die Rechte über 200 Beatles-Songs ersteigert. Mit seinem Gebot von rund 48 Millionen Dollar übertrumpfte er damals Paul McCartney. Die freundschaftliche Beziehung der beiden - Jackson singt auf der McCartney-Single "Say Say Say" und McCartney kollaboriert auf Jacksons "Thriller"-Album bei "The Girl Is Mine" - sie bekam damals im Auktionshaus einen Knick. Im Frühjahr 2009 kolportierte AOL, Jackson hätte geplant, in seinem Testament McCartney die Rechte zurückzugeben.

In "The Girl Is Mine" buhlen die beiden um eine Frau. Irgendwann fragt McCartney, ob sie sich wegen ihr schlagen sollen und Jackson singt: "Paul, I think I told you, I´m a lover not a fighter". Sir Paul nimmt man dagegen den Kämpfer ab. Die stark behaarten Unterarme, gestählt von gut fünfzig Jahren des Gitarre- und Bass-Spielens. Die klaren festen Ritter-Augen im würdevoll gealterten Baby-Face. Früher galt John Lennon den Journalisten immer als der harte Beatle und McCartney als der Softie, als der Spießer. Er nahm ja nur vier LSD-Trips, die anderen Dutzende. "Ich bin heute ziemlich straight, ich weiß, was verrückt ist", sagte er allerdings 1986 Chris Salewicz vom Q-Magazine. An seinen Eskapaden hat McCartney die Welt eher wenig Anteil nehmen lassen. 1967 gehörten Underground-Autor William Burroughs, Kult-Kunsthändler Robert Fraser und die Rolling Stones zu seinem engeren Freundeskreis. "Als ich mit Kokain aufhörte, fing das gesamte Musikbusiness damit an", so McCartney. Unvergessen: seine zehn Tage in einem japanischen Gefängnis wegen Besitz von Marihuana oder der Prozess in Schottland, auch wegen Gras, wegen seiner Hanfplantage auf der Farm, die der Richter noch mal sehen wollte ("Ich weiß gar nicht, wie die Dinger aussehen"). Der Vorfall machte McCartney zum George Washington des Pop.

Die Freundschaft von McCartney mit John Lennon geht natürlich tiefer als die mit Michael Jackson, sie stammt aus Teenagerzeiten. Beide verloren als Kinder ihre Mütter, was sie sehr eng zusammenbrachte. "Wir haben da richtig drüber geredet, mit 16, 17. Darüber wie es sich anfühlt, wenn jemand fragt: Wie geht´s Deiner Mutter? Und wir dann sagten: Nun ja, sie ist tot. Das wurde fast schon eine Art Witz, so als würden wir uns gegenseitig sagen: Hey, ist schon OK. So, als wäre es gar nicht echt. Niemand mochte über die Realität sprechen. Wir hatten diesen Spruch: "Don´t get real on me, man." Danach schrieb McCartney "Let It Be".|Ein früher Song im Repertoire der Beatles war der Gene Vincent-Klassiker "Wedding Bells": "wedding bells are breaking up that old gang of mine" - Kirchenglockern lassen meine alte Clique zerbrechen. Realität wurde das, als Lennon seine japanische Hexe heiratete und McCartney seine Linda - von Mods verachtet als Zonen-Gabi des Pop. Die Fans tobten. Warum hatte McCartney bloß die Verlobung mit Schauspielerin Jane Asher (spielte 1966 mit Michael Caine in "Alfie") platzen lassen - sie hatte Glamour, sie passte. Allein McCartney war´s so was von egal, weil er keinen Glamour-, sondern mit Linda über die Felder Schottlands reiten wollte. Er war der einzige Beatle, der es wagte, nach Auflösung der Fab-Four eine richtige neue Band zu gründen: Wings, mit der McCartney selbst auch nicht so recht zufrieden war, wie er mal einräumte. Viele würden ihren rechten Arm hergeben für eine Karriere wie die von Wings. McCartney war auch fast egal, dass sein Auftritt bei "Live Aid" (1985) der wohl unprofessionellste seiner Karriere war. "Die gesamte P.A. war ausgefallen, ich konnte nichts hören. Schwamm drüber. Das war, als hätte man bei der Schlacht von Agincourt mitgemacht", sagte er danach Salewicz. "Davon erzählt man seinen Enkelkindern. Ich weiß, dass Paul Simon sich in den Arsch beißt, dass er damals abgelehnt hat."

So viel er auch auf seiner Farm in Schottland herumreitet, so sehr er sich auch für Robben und Marihuana engagiert, gegen Landminen und Fleischkonsum; so sehr er malt und Schafe hütet und Magrittes sammelt, und Filme über Grateful Dead dreht, den FC Everton unterstützt und mit Musikern von Killing Joke oder Super Furry Animals am Sampler herumfrickelt, Briefmarken designt, transzendental meditiert, Kinderbücher schreibt, "Shrek-4"-Figuren einspricht: McCartney ist die letzte lebende Legende des Rock´n´Roll. Und trotz oder gerade wegen seiner ganzen Spielereien: der Rekordhalter im Pop.

Das Guinness-Buch erklärt ihn zum erfolgreichsten Musiker und Komponisten der Popularmusik, mit Hundert Millionen verkaufter Singles und 60 Gold-Alben. 29 Nr.-1-Hits in den USA. 24 Nr.-1-Hits in Großbritannien. McCartney ist der einzige Künstler weltweit, der auf Nummer-1 sowohl als Solist kam ("Pipes of Peace"), als auch im Duo ("Ebony & Ivory" mit Stevie Wonder), Trio ("Mull of Kyntire", Wings), Quartett ("She Loves You" et cetera, Beatles), Quintett ("Get Back", Beatles mit Billy Preston) und verschiedenen Ensembles (Band Aid, Ferry Aid und andere). 3 Oscar-Nominierungen kann er als Score-Schreiber verbuchen, (davon einen gewonnenen), wie auch 2 Emmy-Nominierungen und 2 Golden Globes. Dann: 8 Awards der US-Royalties-Organisation BMI und 7 Grammy-Nominierungen, davon 2 gewonnen. Nicht zu vergessen die Medaillen des britischen Königshauses: 1965 ein "Member of the British Empire (MBE), 1997 gar ein "Knight Commander", die zweithöchste Auszeichnung. Zweimal induzierte man ihn auch in die Rock´n´Roll Hall of Fame: 1988 mit den Beatles, 1999 als Solo-Künstler. McCartneys Song "Yesterday" ist der am meisten gecoverte Song der Musikgeschichte (circa 3500 veröffentlichte Versionen). Der Wings-Hit "Mull of Kyntire" ist die erfolgreichste Brit-Single zwischen 1977 und 1984. McCartney spielte 1990 vor 184.000 Brasilianern in Rio de Janeiro und noch 2009 an drei Abenden vor 120.000 US-Amerikanern im ehemaligen Shea-Stadion - dort hatte er 1965 mit den Beatles einen Rekord aufgestellt: 70.000 Zuschauer an einem Abend.|Wer hätte das gedacht? Wenige. Keiner würde ihn so etwas wie den King of Pop nennen. Wahrscheinlich, weil McCartney eben ein Meister der Diskretion ist, ein Kämpfer, aber keiner im Blitzlicht der Paparazzi-Front. Das Schlüsselerlebnis hatte er womöglich, als ihm kurz nach John Lennons Tod ein Reporter das Mikrophon vor den Mund rammte und er, blauäugig, irgendwas sagte: "It´s a drag, isn´t it?" Ungefähr: Das ist wirklich das Letzte, oder? Das war ganz anders gemeint und kam ganz schlecht an. "Manche Politiker sind so erfolgreich, weil sie diesen kleinen Alarmknopf im Kopf haben, der ihnen vor einer Äußerung zeigt, wie das, was sie sagen wollen, wohl als Schlagzeile aussähe." McCartney perfektionierte das, schließlich ist ihm nur allzu klar, dass er sich selbst nicht wird übertrumpfen können. Warum auch, um Gottes willen?

Selbst das hartnäckige Gerücht, Paul McCartney wäre in Wirklichkeit schon längst tot, ändert nichts an seiner lebenden Legende. 1969 kolportierte man in der britischen Presse, Paul McCartney wäre 1966 nach einem Band-Streit aus den Abbey-Road-Studios gerannt, in seinen Aston Martin gestiegen und damit gegen einen Laternenpfahl gefahren, dabei gestorben. Danach hätte man den Beatle mit einem Double ersetzt. Demnach wäre der Mann, der in New York im Sommer 2009 Hundertzwanzigtausend Zuschauer von den Stühlen gerissen hat, auch nur ein Klon. Die Verschwörungstheorie hält sich bis heute, sie inspirierte einen Batman-Comic (Band 222, 1970), diverse Folgen der Simpsons oder den Film "Sleepless In Seattle" mit Tom Hanks. Er würde nichts unternehmen, um den Leuten den Spaß an "dieser Fantasie" zu nehmen, äußerte sich McCartney im Interview. Aber er sei noch sehr lebendig, so der heute 67jährige. (Quelle: Universal)

Booklet für Kisses On The Bottom

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