Love & Devotion - German Baroque Motets from Leipzig Rheinische Kantorei & Edzard Burchards
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
31.07.2026
Label: CPO
Genre: Classical
Subgenre: Chamber Music
Interpret: Rheinische Kantorei & Edzard Burchards
Komponist: Johann Sebastian Bach (1685-1750), Georg Philipp Telemann (1681-1767), Sebastian Knüpfer (1633-1676), Werner Fabricius (1633-1679), Tobias Michael (1592-1657), Johann Schelle (1648-1701), Johann Friedrich Doles (1715-1797), Johann Ludwig Krebs (1713-1780), Johann Adam Hiller (1728-1804)
Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)
- Georg Philipp Telemann (1681 - 1767), Johann Sebastian Bach (1685 - 1750): Jauchzet dem Herrn, alle Welt à 8 (BWV Anh. 160 /TWV 8:10):
- 1 Telemann, Bach: Jauchzet dem Herrn, alle Welt à 8 (BWV Anh. 160 /TWV 8:10) 11:28
- Sebastian Knüpfer (1633 - 1676): Mein Gott, betrübt ist meine Seele:
- 2 Knüpfer: Mein Gott, betrübt ist meine Seele 03:54
- Johann Schelle (1648 - 1701): Komm, Jesu, komm:
- 3 Schelle: Komm, Jesu, komm 03:41
- Sebastian Knüpfer: Erforsche mich, Gott:
- 4 Knüpfer: Erforsche mich, Gott 04:13
- Werner Fabricius (1633 - 1679): Vater, in deine Hände:
- 5 Fabricius: Vater, in deine Hände 05:09
- Tobias Michael (1592 - 1657): In Angst und Not:
- 6 Michael: In Angst und Not 04:48
- Johann Schelle: Jesus Christus ist des Gesetzes Ende:
- 7 Schelle: Jesus Christus ist des Gesetzes Ende 04:49
- Johann Friedrich Doles (1715 - 1759): Herr, wer bin ich:
- 8 Doles: Herr, wer bin ich 07:56
- Johann Ludwig Krebs (1713 - 1780): Erforsche mich, Gott:
- 9 Krebs: Erforsche mich, Gott 05:10
- Johann Adam Hiller (1728 - 1804): Alles Fleisch ist wie Gras:
- 10 Hiller: Alles Fleisch ist wie Gras 05:37
Info zu Love & Devotion - German Baroque Motets from Leipzig
Leipzig gilt seit dem 17.Jahrhundert als einzigartige Musikmetropole Europas. Die Bürger- und Universitätsstadt erscheint schon seit dem Frühbarock vergnüglicher als anderswo. Es gab ein Opernhaus, verschiedene Collegia musica, aber auch auf dem Marktplatz, den Gassen und den Tanzböden wurde gesungen und getanzt.
Das Leipziger Thomaskantorat war im 17. und 18. Jahrhundert eines der angesehensten und bedeutendsten musikalischen Ämter in Deutschland. Von Sethus Calvisus über Johann Hermann Schein, Tobias Michael, Sebastian Knüpfer, Johann Schelle, Johann Kuhnau währte eine musikalische „belle epoche“, die mit dem Amtsantritt von Johann Sebastian Bach anno 1723 ihre Krönung finden sollte. Außerdem befanden sich weitere brillante Musiker unter der Leipziger Bürgerschaft, wie etwa Nikolai-Organist Johann Rosenmüller oder der Musikdirektor der Universität Werner Fabricius. Die Musik für die Gottesdienste an den beiden Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai wurde im modernen konzertanten Stil komponiert, der seit dem Beginn des 17.Jahrhunderts aus Italien übernommen worden war. Die Werke waren üppig besetzt und von repräsentativem Charakter.
Die Motette galt zu dieser Zeit als schon veraltet. Aber für die reichlich anfallenden Kasualien (Hochzeiten, Begräbnisse etc.) wurde dieses Genre jedoch immer wieder gerne bemüht. Der unübertroffene Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz (1585-1672) fordert in seinem legendären Vorwort der berühmten Sammlung „Geistliche Chor-Music 1648“, die er seinerzeit dem Thomanerchor unter derLeitung seines Schülers Tobias Michael widmete, “… von jedem angehenden Deutschen Componisten [...] / das / ehe Sie zu dem concertierenden Stylo schreitten / Sie vorher diese harte Nuß (als worinnen der rechte Kern / und das rechte Fundament eines guten Contrapuncts zusuchen ist) auffbeißen / und darinnen ihre erste Probe ablegen möchten….“
Die jüngeren Kollegen nahmen sich die Worte des Altmeisters zu Herzen und zeigen in diesem Programm, das sie die „nothwendigen Requisita“ des Komponierens erlernt, und den 'nahrhaften Kern' der Musik verinnerlicht hatten, um Mitte des Jahrhunderts noch immer lebendige polyphone Musik im reinen Kontrapunktstil zu schreiben, ohne die sakrosankten Satzregeln des 16. Jahrhunderts zu verletzen.
Natürlich darf der große Thomaskantor Johann Sebastian Bach hier nicht fehlen. Seine weitläufig bekannten Motetten bilden die retrospektive Krönung der vergehenden Form. Das kaum bekannte „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ BWV Anh.160 ist eine doppelchörige dreisätzige Pasticcio-Motette und eine Bearbeitung von Bach: der erste Satz beruht auf einer heute nicht mehr nachweisbaren Komposition Telemanns, der zweite auf dem Choralchor "Nun lob, mein Seel, den Herren" (BWV 28),der dritte Satz wurde wahrscheinlich erst nach Bachs Tod angefügt und war ursprünglich Teil einer Weihnachtskantate von Telemann.
Die Motetten und Strophenarien dieses Programms faszinieren durch eine mitreißende melodische und harmonische Gestaltung. Trotz der gestrengen, meist die letzten Dinge behandelnden Inhalte zeigt sich eine lebensbejahende Musik, deren Wort-Ton-Bezug mittels kreativer Anwendung musikalischer Figuren zu großer Plastizität gelangt. (Alexander Schneider)
Rheinische Kantorei
Continuo-Ensemble
Edzard Burchards, Leitung
Rheinische Kantorei
Seit ihrer Gründung steht die Rheinische Kantorei für Interpretationen im Sinne historischer Aufführungspraxis. Die Stimmen überzeugen durch hellen, strahlenden Klang, absolute Intonationsgenauigkeit, perfekten Zusammenklang, sorgfältig erarbeitete Diktion, Transparenz und Leichtigkeit. Das verleiht dem Ensemble seine Charakteristik, die es zu einem der führenden Vokalinterpreten alter Musik macht. Durch die stilorientierte Professionalität können Solopartien aus dem Chor besetzt werden. Die Besetzung des Ensembles variiert zwischen acht und zweiunddreißig SängerInnen. Das Repertoire ist nicht auf Musik aus Renaissance oder Barock beschränkt. Ebenso stehen Werke aus Klassik und Romantik auf den Konzertprogrammen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Aufführung unbekannter Werke. Viele von ihnen wurden von Hermann Max entdeckt und vor dem endgültigen Vergessen bewahrt. Neben konzertanten Aufführungen werden sie durch die Einspielung auf Tonträgern einem breiten Hörerkreis zugängig gemacht. Das Ensemble überzeugt in seinen Konzerten und CD-Einspielungen durch sprachorientierte Wiedergaben, was in Oratorien und Opern gemeinsam mit dem Orchester Das Kleinen Konzert deutlich wird. Die Klangkörper Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert erhalten im Zeitraum 2020-2022 und 2024 -2026 im Zuge der Stärkungsinitiative Kultur des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen eine Ensembleförderung.
Edzard Burchards
wurde 1966 in Oldenburg geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. 1991 folgte ein Dirigierstudium bei Prof. Martin Schmidt und Michael Procter an der Musikhochschule Karlsruhe sowie Meisterkurse in Dirigieren und historischer Aufführungspraxis bei Tõnu Kaljuste, Martin Gester, Karlheinz Stockhausen und Eric Ericson. Bereits während seines Studiums nahm Edzard Burchards eine rege Konzerttätigkeit als Dirigent und Sänger auf. Er wirkte bei zahlreichen CD- und Rundfunkaufnahmen mit. Als Ensemblesänger wird er regelmäßig zu Produktionen mit dem Collegium Vocale Gent, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Vocalconsort Berlin, Al Ayre Español und anderen internationalen Ensembles eingeladen. 1998 unterstützte Edzard Burchards seinen Lehrer und Freund, den 2012 verstorbenen englischen Chorleiter und Musikwissenschaftler Michael Procter, bei der Gründung des Ensembles Hofkapelle mit dem Ziel, die Musik der Renaissance auf authentische Weise aufzuführen. In diesem Ensemble konnte er sich als Sänger intensiv mit der Musik von 1450 bis 1650 auseinandersetzen und erlangte fundierte Kenntnisse über ihre theoretischen Grundlagen. Edzard Burchards gibt sein Wissen in Seminaren an erfahrene Chorsänger und -sängerinnen weiter. In diesen Seminaren wird Musik der Renaissance und des Frühbarock erarbeitet und in Gottesdiensten bzw. Konzerten aufgeführt.
Booklet für Love & Devotion - German Baroque Motets from Leipzig
