Triptych EP2 Fischer-Z
Album Info
Album Veröffentlichung:
2024
HRA-Veröffentlichung:
26.01.2024
Das Album enthält Albumcover
- 1 A Plea 04:39
- 2 Amoral Vacuum 03:37
- 3 Still On The Train 03:37
- 4 Berta 01:26
Info zu Triptych EP2
Viele Künstler werden ganz automatisch ab einem gewissen Alter reminiszent. Nicht so John Watts, dessen Blick von Natur aus immer nach vorne gerichtet ist, der Zeit seiner Karriere rastlos nach neuen Ausdrucksformen sucht. Trotzdem kommt auch er nach mehr als zwei Dutzend veröffentlichter Platten nicht umhin, sich umzublicken und – sich selbst mitunter über seine eigene Karriere wundernd – festzustellen: Als Songwriter hat er sich über die nunmehr fast 50 Jahre in etwa gleicher Gewichtung mit drei Themenblöcken auseinandergesetzt: Beziehung, Politik und Psychologie. Oder Liebe, Macht und Menschen: Love, Power, People.
Schon auf seinem in den letzten beiden Jahren ausgiebig solo betourten Erfolgsalbum von 1981 „Red Skies Over Paradise“ besang er „Marliese“, kommentierte in „Batallions Of Strangers“ oder „Cruise Missiles“ die damals wie heute aktuellen politischen Krisen und untersuchte in „Berlin“ oder „You’ll Never Find Brian Here“ pointiert gesellschaftliche und persönliche Zusammenhänge. Ähnlich setzte sich das auf den seither erschienenen Veröffentlichungen fort und so finden sich auch auf dem neuen Album, das folgerichtig „Triptych“ heißt, Songs, die die drei Themengebiete seiner Karriere beleuchten, und zunächst auf drei EPs erscheinen wird: EP1: Love, EP2: Power und EP3: People Auf der ersten EP1 findet sich mit den Singles „Nefertete“ und „The Hamburg Beat“ die ganze Bandbreite zwischenmenschlicher Beziehungen, vom euphorisierten Beginn einer Liebe bis zum tragisch selbstprophezeiten Ende. EP2 erzählt u.a. Geschichten von russischen Wehrpflichtigen, die gegen die Sinnlosigkeit des Krieges protestieren („The Plea“), von Brexit-Geplagten („Amoral Vacuum“) und von Berta Cáceres, der 2016 ermordeten honduranischen Menschenrechtsaktivistin („Berta“). Dass John Watts einst selbst klinische Psychologie studiert hat, ist EP3 anzuhören. Hier geht es um Depressionen („The Anaesthetist“), um das Begegnen mit dem eigenen fehlenden Selbstbewusstsein („Twighlight Zone“) oder um die Utopie, das eigene Gehirn neu programmieren zu können.
Für die Aufnahmen der Songs mietete sich John Watts im Sommer 2022 für eine Woche in ein abgelegenes Studio in Südfrankreich ein, um die in den Monaten zuvor geschriebenen Songs auf Band zu bringen. Songs, die von seinem jüngsten Erfolg als Solokünstler geprägt waren. In Begleitung von einigen alten und neuen Musikerfreunden (u.a. Jamie Bush, drums / Marian Menge, guitars / Steve Forward, bass / Adrien Rodes, keyboards) wollte er sich auf das Wesentliche in seiner Musik besinnen und vor allem jene Elemente herausstellen, die seine Soloauftritte so erfolgreich gemacht hatten: Johns Stimme und sein einzigartiges Gitarrenspiel. In diesem Sinne wurde die akustische Gitarre zur treibenden Kraft hinter den neuen Aufnahmen und so zu einem Anker, der John und der Band die Freiheit gab, eine Vielzahl von Themen und Stilen zu ergründen, ohne dabei den Sinn für Zusammenhalt und Sound zu verlieren. Damit wird „Triptych“ zu einem ganz besonderen, überraschenden Fischer-Z-Album. Das langjährige Bandprojekt des kreativen Sängers, Gitarristen und Poeten John Watts existiert seit 1976. FISCHER-Z sind bekannt für ihre intelligenten und melodiösen Songkonstrukte, sehr lyrischen, dabei scharfsinnig sozial und politisch kommentierenden Texte sowie ihre präzise Musikalität mit raffinierten musikalischen Hintergrundgefügen.
Fischer-Z
John Watts
stieg in den 1970er-Jahren in die Popmusik ein, nachdem er zunächst Psychologie an einer experimentellen Einrichtung studiert hatte, die ohne Medikamente und Fixierungen arbeitete. „Ich habe dort von 8 bis 16 Uhr Schichten gemacht und bin danach direkt in den Van gestiegen, um ein Konzert in Derby zu spielen. Ich hatte den ganzen Tag mit tobenden Psychopathen zu tun, da konnte mich ein Punk-Publikum nicht erschrecken. Wenn man dann in Wolverhampton vor ein paar rotzigen 17-Jährigen steht, die drohen, eine Zigarette auf deinem Bein auszudrücken, denkt man nur: ‚Na los doch!‘“
Fischer-Z wurde 1976 an der Brunel University gegründet, zusammen mit Johns Freund und Keyboarder Steve Skolnik. Johns politisches Songwriting und seine ungebremste Energie führten dazu, dass United Artists die Band 1978 unter Vertrag nahm – gemeinsam mit Zeitgenossen wie The Stranglers und Buzzcocks. Das Debütalbum ‚Word Salad‘ erschien 1979 und wurde sofort ein Post-Punk-Hit: Die Single ‚The Worker‘ wurde in der Sendung Top of the Pops gespielt, während ‚Remember Russia‘ von John Peel gefeatured wurde. 1980 folgte mit ‚So Long‘ die erfolgreichste Single der Band und einer der ersten Musikclips überhaupt, die auf MTV liefen – der Durchbruch für Fischer-Z auf großen Bühnen weltweit. 1981 erschien das bis heute erfolgreichste Album ‚Red Skies Over Paradise‘ mit den Singles ‚Marliese‘ und ‚Berlin‘.
Bis heute hat John 23 Alben veröffentlicht, zwei Millionen Tonträger verkauft und mehr als 3.000 Konzerte in ganz Europa, den USA und Kanada gespielt. An seinen Aufnahmen wirkten unter anderem Peter Gabriel, Steve Cropper und die Bläsersektion von Dexy’s Midnight Runners mit. Fischer-Z standen mit James Brown in Ost-Berlin vor 167.000 Menschen auf der Bühne, tourten mit The Police und Dire Straits und traten gemeinsam mit Bob Marley auf dessen letzter Europatour auf. In den vergangenen Jahren hat sich Watts zudem als Multimedia-Künstler, Dichter und Dramatiker einen Namen gemacht und ein vielfältiges, eigenständiges Werk geschaffen, das von Energie, Wärme und Menschlichkeit geprägt ist. Mit dem Projekt PUNKT! von 2025 bündelt er seine Fähigkeiten in Musik, Wort und Bild.
Dieses Album enthält kein Booklet
