Dmitry Smirnov, Marco Scilironi, Benedek Horváth


Biographie Dmitry Smirnov, Marco Scilironi, Benedek Horváth


Dmitry Smirnov
gilt weithin als einer der eigenständigsten Geiger seiner Generation. Für seine furchtlose Virtuosität und unverkennbare künstlerische Stimme gefeiert, bewegt er sich mit «Eleganz und Leichtigkeit» durch die schwierigsten Partituren und brilliert mit stilistisch differenzierten, eigensinnigen Interpretationen.

In der Saison 2025/26 gab Dmitry sein Debüt beim Oslo Philharmonic Orchestra, den Stuttgarter Philharmonikern und dem Stuttgarter Kammerorchester und wirkte als Konzertmeister für die Europatournee der Cappella Gabetta. Im März 2026 präsentierte er in Moskau die Uraufführung des verschollen geglaubten Violinkonzerts des russischen Komponisten Gavriil Popov, das er in monatelanger Archiv- und Transkriptionsarbeit vollendet hatte. Im Sommer und Herbst 2026 wirkte er als Konzertmeister auf Tournee mit Il Giardino Armonico sowie, gemeinsam mit der Sopranistin Julia Lezhneva, als Leiter vom Pult einer mehrteiligen Tournee des Kammerorchesters Basel, die ihn unter anderem nach Stresa, Merano, Ascona und in die Frauenkirche Dresden führte. Weitere Auftritte umfassten das Brugg Festival, das Festival Lucens Classique und das Festival Kartause Ittingen. Bevorstehend sind sein Debüt mit der Orquestra Clássica de Espinho in Portugal sowie sein Debüt mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter Giovanni Antonini.

Als Solist konzertierte Dmitry mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Il Giardino Armonico, dem Oslo Philharmonic Orchestra, den Stuttgarter Philharmonikern, dem Stuttgarter Kammerorchester, den Staatsphilharmonien Moskau und St. Petersburg (Mariinsky-Theater), der Novaya Rossiya State Symphony Orchestra, den Moscow Virtuosi, dem Kammerorchester Basel, dem Sinfonieorchester Basel, dem Sinfonieorchester St. Gallen, den Festival Strings Lucerne, der Camerata Bern, dem Münchner Kammerorchester, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, dem Argovia Philharmonic, der Orchestra di Padova e del Veneto sowie dem Orchestre Royal de Chambre de Wallonie. Er arbeitete mit Dirigenten wie Giovanni Antonini, Heinz Holliger, Philippe Herreweghe, Vladimir Spivakov, Gilbert Varga, Stanislav Kochanovsky, Philipp Chizhevsky, Delyana Lazarova und Aurel Dawidiuk zusammen.

Solistische und kammermusikalische Auftritte führten ihn in Konzertsäle wie die Carnegie Hall (New York), die Wigmore Hall (London), das Konzerthaus Berlin, das Brucknerhaus Linz, die Tschaikowsky Concert Hall (Moskau) und die Nikkei Hall (Tokio) sowie an Festivals wie die Salzburger Festspiele, das Lucerne Festival, das Gstaad Menuhin Festival, LuganoMusica, den Heidelberger Frühling, das Rheingau Musik Festival, das Davos Festival, das Grafenegg Festival, das Stresa Festival, das Solsberg Festival, das Festival delle Muse Salentine, das Inverno Musicale (Brasilien), das Brugg Festival, das Festival Lucens Classique und das Festival Kartause Ittingen.

Dmitry ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter erste Preise beim Moskauer Oistrach-Wettbewerb (2006), beim Tibor-Varga-Wettbewerb (2015) und beim Concours d’Interprétation Musicale de Lausanne (2017), zweite Preise beim Internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb (2008) und dem ARD-Musikwettbewerb (2021) sowie das Erreichen des Halbfinales der Queen Elisabeth Competition (2024). 2018 gewann er gleich drei Preise beim Concours international Long-Thibaud-Crespin, darunter den Kritikerpreis für die beste Interpretation zeitgenössischer Musik. 2025 war er zudem Jurymitglied des Wettbewerbs «Piccolo Violino Magico».

Wiederkehrendes Element in Dmitrys Arbeit ist die Verbindung von Interpretation und Recherche: Werke werden aufgespürt, rekonstruiert oder um ein eigenes Konzept herum neu kontextualisiert. Sein Debütalbum (First Hand Records, 2021) vereint Solowerke von Bach und Bartók mit einer Sonate des Schweizer Geigers Hansheinz Schneeberger, die Dmitry beim Durchsehen von dessen persönlichem Nachlass entdeckte und als Ersteinspielung vorlegte. Es folgte «L’Invitation au Voyage» mit Lalos Violinkonzerten sowie eigenen Bearbeitungen von Mussorgsky-Liedern, eingespielt mit dem Kammerorchester Basel unter Heinz Holliger (Prospero Classical, 2023). 2025 erschien seine Einspielung von Haydns Violinkonzert im Rahmen der Reihe Haydn2032 mit dem Kammerorchester Basel unter Giovanni Antonini (Alpha Classics/Outhere Music). Im September 2026 veröffentlichte er bei Fuga Libera das Album «Stranger Sainton» mit Werken von Paganini, Berlioz, Richard Strauss und Rossini, erneut mit dem Kammerorchester Basel, diesmal unter Victor Jacob. Im Zentrum steht eine Guarneri-del-Gesù-Geige aus dem Besitz des Geigers Prosper Sainton. «Dmitry Smirnov beweist mit dieser Veröffentlichung, dass er zu den eigenwilligsten Geigern seiner Generation gehört», so eine Kritik zum Album (Online Merker). Für Oktober 2026 ist bei FHR Records die Gesamteinspielung der sechs Solosonaten von Eugène Ysaÿe angekündigt, bei der jede Sonate mit einem Werk des jeweiligen Widmungsträgers (u. a. Szigeti, Thibaud, Enescu, Kreisler) gekoppelt wird; ein Paganini-Album mit dem Lautenisten Luca Pianca sowie eine Einspielung von Vivaldis Doppelkonzerten mit Ilya Gringolts sind in Vorbereitung.

Als gefragter Kammermusiker konzertiert Dmitry regelmässig mit Partnern wie Sol Gabetta, Ilya Gringolts und Aylen Pritchin und wirkt ausserdem als Konzertmeister und Solist für Giovanni Antoninis «Haydn Project 2032». Für Rezitalprogramme arbeitet er regelmässig mit dem Pianisten Sergei Redkin und dem Lautenisten und Harnoncourt-Schüler Luca Pianca zusammen.

Dmitry wurde in St. Petersburg in eine musikalische Familie geboren, wo er mit vier Jahren den ersten Geigenunterricht erhielt und schliesslich seine Ausbildung am Rimsky-Korsakow-Konservatorium fortsetzte. Anschliessende Studien führten ihn an die Haute École de Musique Lausanne in die Klasse von Pavel Vernikov und später an die Musik-Akademie Basel zu Rainer Schmidt. Im Kontext von Barockmusik konzertiert Dmitry auch als Bratschist, Cellist und Cembalist. Seine Hauptinstrumente sind eine Violine von Philipp Bonhoeffer (2018) sowie eine Vuillaume der Maggini-Stiftung.



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