Biographie Wiener Philharmoniker & Lorenzo Viotti


Sir Bryn Terfel
Der walisische Bassbariton Sir Bryn Terfel begeistert mit seiner kraftvollen Stimme und seinen einfühlsamen künstlerischen Fähigkeiten seit mehr als drei Jahrzehnten ein weltweites Publikum. Mit einem Repertoire, das von Oper und geistlicher Musik bis zu Liedern und Musicals reicht, hat er im Laufe der Jahre eine unvergleichliche stilistische Vielfalt erreicht. Den vielen Ehrungen, die ihm zuteilwurden, ist jetzt die Einladung hinzuzufügen, beim Krönungsgottesdienst für König Charles III. am 6. Mai 2023 wie auch tags darauf beim Krönungskonzert in Windsor Castle zu singen. Er war somit der einzige Künstler, der an beiden Ereignissen teilnahm. Während des Gottesdienstes hat Sir Bryn zusammen mit dem Chor der Westminster Abbey Paul Mealors Coronation Kyrie gesungen, das erste Werk in walisischer Sprache überhaupt, das bei einer Krönung gegeben wurde. Beim Krönungskonzert war er dann zusammen mit dem Tenor Andrea Bocelli in »You’ll Never Walk Alone« aus Carousel zu erleben. 2024 begeht Bryn Terfel sein 30-jähriges Jubiläum als Exklusivkünstler von Deutsche Grammophon.

Terfel wurde 1965 in Nordwales geboren. Nach dem Studium an der Guildhall School of Music and Drama in London erregte er 1989 internationales Aufsehen, als er den Lieder-Preis beim Cardiff Singer of the World Competition gewann. Im Jahr darauf gab er sein professionelles Operndebüt als Guglielmo in Così fan tutte an der Welsh National Opera. Seine Karriere nahm 1991 an Fahrt auf mit bemerkenswerten ersten Auftritten als Mozarts Figaro an der English National Opera sowie an der Santa Fe Opera in den USA. Sein großer Durchbruch erfolgte 1992 als überragender Jochanaan in Salome bei den Salzburger Festspielen und mit einem ebenso eindrucksvollen Debüt am Royal Opera House, Covent Garden, als Masetto in Don Giovanni.

Seither ist sein Opernrepertoire ständig gewachsen, es umfasst inzwischen unter anderem die Titelrollen in Boris Godunow, Der fliegende Holländer, Falstaff und Gianni Schicchi; Wotan in Das Rheingold und Die Walküre; Méphistophélès in Faust; die vier Schurken in Les Contes d’Hoffmann; Balstrode in Peter Grimes; Wolfram in Tannhäuser; Nick Shadow in The Rake’s Progress; und Scarpia in Tosca. Er unternahm zudem äußerst erfolgreiche Ausflüge in die Welt des Musicals, wo er beispielsweise in Sweeney Todd und Fiddler on the Roof glänzte.

Sir Bryn ist auch auf dem Konzertpodium zu Hause, zu den Höhepunkten seiner langen, vielfältigen Karriere als Konzertsänger zählen die Eröffnung des Wales Millennium Centre; die Last Night of the Proms in der Royal Albert Hall; ein Galakonzert mit Andrea Bocelli im New Yorker Central Park; und ein Weihnachtskonzert, das im Rahmen der Reihe Met Stars Live in Concert live aus der Brecon Cathedral gestreamt wurde.

1993 unterzeichnete Terfel einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon, in seiner ersten Aufnahme (für Archiv Produktion) sang er die Titelrolle in Le nozze di Figaro unter John Eliot Gardiner. Seine erste Soloveröffentlichung für das gelbe Label waren Schubert-Lieder, 1994 aufgenommen mit Malcolm Martineau, die zweite, The Vagabond, galt dem englischen Liedrepertoire. Es folgten Opera Arias, Something Wonderful mit Erfolgsnummern von Rodgers und Hammerstein und If Ever I Would Leave You, ein Album mit Broadway-Songs.

Seine DG-Diskografie wuchs mit so unterschiedlichen Veröffentlichungen wie We’ll Keep a Welcome, Bryn Terfel Sings Favourites, Simple Gifts, Silent Noon, Tutto Mozart!, Bad Boys und Homeward Bound. Zu Terfels Opernaufnahmen gehören ein Ring-Zyklus (Produktion der Metropolitan Opera), Der fliegende Holländer (Opernhaus Zürich) und Don Giovanni (Mailänder Scala). Zwei Veröffentlichungen von 2022 bzw. 2023 bieten auf dem DG-Label Verbier Festival Gold Liveaufnahmen aus Verbier: ein Recital von 2011 mit Liedern von Schubert, Schumann, Ibert und Quilter sowie eine halbszenische Aufführung von Falstaff aus dem Jahr 2016.

Sein neues Album Sea Songs stellt Shanties, Seemannslieder und maritime Volksweisen von den Küsten von Wales, England, Irland, den Shetland-Inseln oder der Bretagne vor, es erscheint im Februar 2024. In Songs wie »Ar lan y môr«, »The Green Willow Tree«, »Drunken Sailor« oder »The Wellerman« wird Terfel von einer Reihe Gastkünstler:innen begleitet, darunter Sting, Eve Goodman, Sir Simon Keenlyside, Hannah Stone, die aus Cornwall stammenden Fisherman’s Friends und die traditionelle walisische Folkband Calan.

Zu seinen Verpflichtungen in der Saison 2023–24 gehören die Rückkehr an die Wiener Staatsoper als Dulcamara in Donizettis L’elisir d’amore, ans Royal Opera House, Covent Garden, für die Titelrolle in Wagners Der fliegende Holländer und ans Opernhaus Zürich für Sondheims Sweeney Todd; Konzerte im Sala São Paolo und im Teatro Colón in Buenos Aires; und Recitals in New Yorks Carnegie Hall und in Washingtons Kennedy Center.

Sir Bryn wurde mit zahlreichen Grammys, Classical Brit Awards und Gramophone Awards ausgezeichnet. 2003 wurde er für seine Verdienste um die Oper zum CBE (Commander of the British Empire) ernannt; 2006 war er der zweite Empfänger der Queen’s Medal for Music; und 2017 wurde er für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen. Im Februar 2022 verlieh die Wiener Staatsoper ihm den österreichischen Berufstitel des Kammersängers. Ganz im Sinne seines leidenschaftlichen Engagements für Musikerziehung sowie für die Sprache und Kultur seiner walisischen Heimat hat er unlängst in Partnerschaft mit dem Royal Welsh College of Music & Drama eine neue Stiftung ins Leben gerufen: Cronfa Syr Bryn Terfel. Sie wird Stipendien und Studienbeihilfen bieten; Projekte und Auftragswerke unterstützen, die die walisische Sprache und Kultur fördern; und einen neuen zweijährlichen internationalen Gesangswettbewerb veranstalten, bei dem Studierende mindestens ein Lied auf Walisisch und eines in ihrer Muttersprache vortragen.

Lorenzo Viotti


Geboren in Lausanne in eine Musikerfamilie, studierte Lorenzo Viotti Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon, bevor er Dirigierkurse bei Professor Georg Mark in Wien belegte. Dort trat er auch als Schlagzeuger in verschiedenen renommierten Ensembles auf, darunter das Philharmonische Orchester. Seine Ausbildung setzte er an der Franz-Liszt-Musikhochschule in Weimar (Klasse von Nicolas Pasquet) fort und gewann bald mehrere internationale Wettbewerbe. Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem der Nestlé Young Conductor Award des Salzburger Festspiels (2015), der Preis als Newcomer of the Year bei den International Opera Awards in London (2017) sowie erste Preise bei den Dirigierwettbewerben des Cadaqués Orchestra und des MDR-Sinfonieorchesters.

Als einer der dynamischsten jungen Dirigenten seiner Generation ist Lorenzo Viotti derzeit Musikdirektor der Dutch National Opera, wo er 2025 zwei der meist erwarteten Produktionen der Saison leiten wird: die Amsterdamer Erstaufführung der Fledermaus in der Inszenierung von Barrie Kosky sowie eine neue Produktion von Benjamin Brittens Peter Grimes unter der Regie von Barbara Horáková. Zudem setzt er seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Zürich fort und dirigiert dort Korngolds Die tote Stadt in einer Inszenierung von Dmitri Tcherniakov. Im symphonischen Bereich beendet er seine Zeit als Musikdirektor des Nederlands Philharmonisch Orkest mit sechs Programmen im Concertgebouw sowie einer Tournee durch das ganze Land.



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