Album Info

Album Veröffentlichung:
2021

HRA-Veröffentlichung:
26.11.2021

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 96 $ 13,20
  • 1Une hirondelle ne fait pas le printemps05:22
  • 2Take Off04:49
  • 3Im Hamsterrad05:35
  • 4Schräge Vögel 101:11
  • 5Flieg, kleiner Vogel04:54
  • 6Schräge Vögel 201:12
  • 7Tandem Ride04:24
  • 8Choral No. 204:20
  • 9Schräge Vögel 303:12
  • 10Ikarus02:41
  • 11Am seidenen Faden05:20
  • Total Runtime43:00

Info zu Tandem

Diese mutigen und freien Klangkaskadenkönnen dem einen oder anderen Freejazz-Fan ein anerkennendes Nicken entlocken!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber zwei exzellente Instrumentalisten machen mitunter durchaus ein hervorragendes Album: Die Mannheimer Saxophonistin Alexandra Lehmler hat nach diversen Trio-, Quartett- und größeren Besetzungen gemeinsam mit ihrem Partner, dem Bassisten Matthias Debus, ein pandemiekonformes Duoalbum eingespielt, in dem auffällig viel Geflügel herumflattert – vielleicht weil auch bei Vogelflügeln derer meistens zwei, vielleicht auch weil das Fliegen den meisten von uns in letzter Zeit eher versagt war. Nach dem Opener, den besagten, jedoch französisch intonierten Schwalben, tauchen immer mal wieder ein paar „Schräge Vögel“ auf, kleine freie Intermezzi, mal als gut strukturiertes Geräuschmanagement, dann wieder als kurz durchdeklinierte Bop-Progression. Zentral steht ein Choral, der in eine Improvisation voller barocker Verzierungsfloskeln ausfranst wie ein steinalter Wandteppich (die seinerzeit ja auch gerne Gefiedertes darstellten) – mit Goldbrokat.

Hochsensible, volatile, intensiv-intime Duette. Teils zu Beginn „nur“ verdichtete Klangstudien, aus deren komplexen Strukturen sich plötzlich sehr eingängige Melodien entwickeln. In „Flieg kleiner Vogel“ wird die selbstauferlegte Zweistimmigkeit mittels Loop- und Mehrspurverfahren zu einer agilen Polyphonie erweitert, die auf völlig unverstaubte Weise selbst dem guten alten New Orleans-Style noch Reverenz erweisen kann.

Alexandra Lehmler spielt an saxverwandten Blattinstrumenten vermutlich alles, was sich nicht bei drei zurück in Schilfrohr verwandelt: virtuos mit runder, warmer Tongebung. Matthias Debus war ihr schon in vorherigen Formationen verlässlicher Sideman, und stellt sich hier als Duopartner mit Kontrabass auf Augenhöhe, sehr eloquent und in ausgesprochen akkurater Intonation.

Tandem ist Alexandra Lehmlers drittes Release für Neuklang. Zu zweit wird daraus mindestens ein Vogel der fliegt.

Alexandra Lehmler, Saxofon
Matthias Debus, Kontrabass




Alexandra Lehmler
Wenn Alexandra Lehmler eines ihrer Alben "Jazz, Baby!" nennt, hat das einen guten Grund: Musik im Allgemeinen und Jazz im Besonderen sind Konstanten in ihrem Leben.

Die 1979 in Bad Ems (Lahn) geborene Saxophonistin, die seit vielen Jahren in Mannheim lebt, wusste schon sehr früh, wohin ihr Weg führen sollte. Es begann mit ihrer Zeit am Landesmusikgymnasium Rheinland Pfalz. Es folgte das Studium an der Musikhochschule in Mannheim, das Lehmler mit der glatten Note A abschloss. Gekrönt wurde dieser Erfolg durch ein Auslandssemester in Paris, das sie im Rahmen ihres Aufbaustudiums an der Musikhochschule in Stuttgart absolvierte.

Soweit der äußere Rahmen, doch was wäre ein Studium ohne angewandte Auftritte, ohne unzählige Tage und Nächte im Tonstudio oder auf der Bühne? Dass sich eine Musikerin nur entwickeln kann, wenn sie mit anderen Musikern oder vor Publikum spielt, hat Alexandra Lehmler schon früh erkannt. Sie war Mitglied in Jugendjazzorchestern der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und spielte von 2002-2004 in der Elite-Institution Bundesjazzorchestera (offizielles Jugendjazzorchester der Bundesrepublik Deutschland unter Peter Herbolzheimer).

Seit 2000 unterhält sie ihre eigene Band, mit der sie seit vielen Jahren erfolgreich im In- und Ausland unterwegs ist. Mittlerweile sind fünf CDs und zwei LPs von Alexandra Lehmler als Bandleaderin veröffentlicht worden: "Sundance", "Die Welt von unten gesehen", "No Blah Blah", "Jazz Baby", "Sans mots" "Live" und im Jahr 2020 die neueste Veröffentlichung "Studiokonzert".

Das Debütalbum "Sundance" von 2007 wurde prompt für den "Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik" nominiert. Auch die Veröffentlichung "Jazz Baby" wurde für diesen Preis nominiert.

2014 wurde Alexandra Lehmler mit dem Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg für ihr bisheriges künstlerisches Schaffen ausgezeichnet.

Ebenfalls im Jahr 2014 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg und erhielt den GBG-Preis für "Kulturelle Bildung". Im Jahr 2018 erhielt sie den "Neuen Deutschen Jazzpreis" für die beste Komposition.

Ihr Quartett bildet das Zentrum ihres Schaffens, hier kann sie all ihre Talente als Musikerin, Komponistin und Bandleaderin voll ausleben. Damit sind ihre Arbeitstage aber noch nicht zu Ende: Alexandra Lehmler spielt regelmäßig an Theatern und unterrichtet. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Vermittlung von Musik an ein junges Publikum. Seit mehr als 10 Jahren bringt sie mit dem Projekt "Herr Hering, die liebe Frau Gerbug und die Jazzband" erfolgreich Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter mit Jazzmusik in Berührung.

2012 wurde die Saxophonistin für die Bundeswerkstatt Jazz (Experimentierfeld der deutschen Jazzszene) ausgewählt. Stellvertretend für die Bands, in denen sie ebenfalls regelmäßig auftritt, ist die Worldmusic-Jazz-Latin-Band "Netnar Tsinim" zu nennen.

Die dreifache Mutter kümmert sich nicht nur zu Hause um ihren Nachwuchs, sondern unterrichtet auch an der Kreismusikschule des Rhein-Pfalz-Kreises. Alexandra Lehmler ist im Rhein-Neckar-Raum mittlerweile eine bekannte Größe: Sie ist Mitglied der IG Jazz Rhein-Neckar, wo sie lange Zeit den "Neuen Deutschen Jazzpreis" organisiert hat. Sie ist Gründungsmitglied des "Hermann Art Kollektivs", einer Vereinigung von Musikern, Literatur- und Filmschaffenden, die sich zum Ziel gesetzt haben, Jazz mit anderen Kunstgattungen zu verbinden.

Derzeit ist sie im Vorstand der Deutschen Jazzunion.

Matthias Debus
studierte Jazz-Kontrabass an der Musikhochschule Würzburg bei Prof. Rudi Engel. Seit 2002 lebt er in Mannheim, wo er seitdem zu einem festen Bestandteil der regionalen Jazzszene geworden ist und unter anderem im Alexandra Lehmler Quintett, bei Dirik Schilgen Jazzgrooves und Netnar Tsinim spielt. Matthias Debus’ Schaffen ist geprägt von genreübergreifenden Projekten. Das Spektrum reicht vom Mitwirken in Orchestern über Jazz, Worldmusic und Lyrikvertonungen bis hin zu Rock und Neutönendem. Auch Musikvermittlung für Kinder liegt dem Vater von drei Söhnen sehr am Herzen. So bringt er mit seiner Band Herr Hering, die liebe Frau Gerburg & die Jazzband jungen Hörern den Jazz näher.



Dieses Album enthält kein Booklet

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