Days Of Ash (EP) U2
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
17.02.2026
Das Album enthält Albumcover
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- 1 American Obituary 04:23
- 2 The Tears Of Things 05:25
- 3 Song Of The Future 03:55
- 4 Wildpeace 01:18
- 5 One Life At A Time 04:03
- 6 Yours Eternally 04:26
Info zu Days Of Ash (EP)
U2 veröffentlichte „Days Of Ash“ still und ohne großes Aufsehen. Es handelt sich um eine EP mit sechs Songs, die eher von Dringlichkeit als von einer groß angelegten Veröffentlichung geprägt ist. Sie erscheint ohne Rahmenprogramm oder Fanfare und ist als Reaktion auf den gegenwärtigen Moment und die Bedeutung der Ereignisse, die sich in Echtzeit abspielen, positioniert.
„Wer braucht schon ein neues Album von uns?“, fragt Larry Mullen Jr. in der Pressemitteilung der Band. „Es kommt einfach darauf an, ob wir Musik machen, die es unserer Meinung nach verdient, gehört zu werden. Ich glaube, dass diese neuen Songs unseren besten Werken in nichts nachstehen. Wir diskutieren viel darüber, wann wir neue Songs veröffentlichen sollen. Man weiß es nicht immer ... aber so wie die Welt derzeit ist, scheint es der richtige Moment zu sein. Seit unseren Anfängen, als wir mit Amnesty oder Greenpeace zusammengearbeitet haben, haben wir uns nie gescheut, Stellung zu beziehen, und manchmal kann das etwas chaotisch werden, es gibt immer eine Art Gegenreaktion, aber das ist ein wichtiger Teil dessen, wer wir sind und warum wir noch existieren.“
Diese Einordnung ist wichtig. „Days Of Ash“ wird nicht als Comeback, Brücke oder Warm-up präsentiert. Es ist als Antwort positioniert – auf das Timing, auf die Dringlichkeit und auf eine Welt, die sich zunehmend zersplittert anfühlt. Die Veröffentlichung der EP am Aschermittwoch war beabsichtigt, aber ihre tiefere Logik entspringt Mullens Behauptung, dass Relevanz verdient und nicht vorausgesetzt wird.
Bono geht näher auf diese Dringlichkeit ein und zieht eine klare Grenze zwischen „Days Of Ash“ und dem vollständigen Album, das die Band noch fertigstellt.
„Es war aufregend, dass wir vier im letzten Jahr wieder zusammen im Studio waren ... Die Songs auf „Days Of Ash“ unterscheiden sich in Stimmung und Thema stark von denen, die wir später in diesem Jahr auf unserem Album veröffentlichen werden. Diese EP-Tracks konnten nicht warten; diese Songs wollten unbedingt in die Welt hinaus. Es sind Songs der Trotzigkeit und Bestürzung, der Klage. Songs der Feierlichkeit werden folgen, daran arbeiten wir gerade ... denn trotz all der Schrecklichkeiten, die wir täglich auf unseren kleinen Bildschirmen sehen, ist an diesen verrückten und wahnsinnigen Zeiten nichts Normal, und wir müssen uns ihnen entgegenstellen, bevor wir wieder Vertrauen in die Zukunft haben können. Und ineinander.“
Zusammengenommen verdeutlichen die beiden Aussagen genau, was Days Of Ash sein soll. Keine Zusammenfassung dessen, wo U2 gewesen sind, und keine Vorhersage dessen, wohin sie gehen, sondern eine Momentaufnahme dessen, wo sie gerade stehen. Eine Band, die sich entscheidet, zu sprechen, bevor alles geklärt ist, bevor die größere Geschichte abgeschlossen ist.
U2
U2
Sie sind jetzt seit über dreißig Jahren zusammen und das ist eine Ewigkeit im Pop. Seitdem ihr fünftes Album 'The Joshua Tree' sie 1987 in die Stadien katapultierte, halten sich U2 auf dem Platz der größten Rockband des Planeten. Keine Band hat sich öfter neu erfunden und ist dabei so konsistent geblieben. Immer wieder haben U2 überraschende Alben und atemberaubende Live-Shows hingelegt. In dieser ganzen Zeit versuchten natürlich verschiedenste Konkurrenten, ihren Thron zu stürmen. Erst The Clash, dann The Smiths, Nirvana, die Stone Roses und Blur. Einmal dachte man, R.E.M. würde sie übertrumpfen oder Oasis. Man mag noch andere Bands aufzählen: Radiohead, The Killers, Kings of Leon - aber je mehr man aufzählt, desto aussichtsloser wird der Vergleich. Was dabei am meisten besticht und ihre Konkurrenten in Rage bringt: U2 haben eigentlich immer die Spielregeln des Rock´n´Roll ignoriert. Kein wilder Sex. Keine Drogen (Ausnahme: Bassist Adam Clayton vor seinem Entzug). Nicht mal wirklich Rock´n´Roll - die Rolling Stones und die Christen von U2 sind Lichtjahre voneinander entfernt. Denn U2 verbreitet weder rebellisches Gedankengut und Teenager-Angst, sondern Freude. Das machte sie schon immer unbeliebt in London - Hauptstadt der Ironie - wo Freude total uncool ist, peinlich. Und das ist womöglich das Rückgrat ihrer drei Dekaden andauernden Glorie: U2 sind nicht cool. Sie haben keine Angst davor, dass sie jemand peinlich finden könnte, denn sie sind wirklich gut. Frontmann Bono ahnte das alles schon 1981, kurz nach der Veröffentlichung von U2s Debütalbum 'Boy'. 'Ich glaube, es ist unsere Bestimmung, eine der großen Bands zu werden', sagte er keck dem 'Rolling Stone' im Interview. 'Es gibt diese Chemie, diesen Zündfunken, der die Stones, die Who, die Beatles so einzigartig gemacht hat, und wir haben ihn auch.' Mächtige Worte vom damaligen Milchbart, ganz schön peinlich, er sollte Recht behalten.
Die Chemie von U2 vermählte die Do-it-Yourself-Haltung des Punk mit inbrünstigem Pathos, mit dem Message-Stadionrock eines Bruce Springsteen und den elegischen Ambient-Sphären von Brian Eno. Grundverantwortlich für den Sound der 'besten Band der Welt' ist Gitarrist David Howell Evans alias The Edge, den der 'Rolling Stone' 2003 in seine Liste der '100 Besten Gitarristen aller Zeiten' aufnahm.|Vorgespult zu Januar 2009: Bono ist früh aufgestanden. Er muss heute wieder mal jonglieren, changieren zwischen Familienvater, Rockstar und Sozialaktivist. U2s lang erwartetes zwölftes Album 'No Line On The Horizon' ist gerade fertig geworden. In ein paar Tagen wird die Band bei der Inauguration von Barack Obama in Washington auftreten. 'Die Welt wacht wieder auf', sagt Bono einem Reporter des 'Guardian'. Der Sänger scheint auf dem Gipfel seiner Bestimmung angekommen zu sein. Nach über dreißig Jahren in einer Post-Punk-Band, die 1981, auf ihrem zweiten Album 'October' Gott fand. 1983 Politrock machte, mit 'Sunday Bloody Sunday'. Die 1987 mit 'The Joshua Tree' einen Americana-Meilenstein hinlegte, sich 1991 auf 'Achtung Baby' Sonnenbrillen aufsetzte und Disco-Kugeln montierte und dann 2004 auf 'How To Dismantle An Atomic Bomb' den Kreis des Rock´n´Roll wieder schloss. 'Ein Grund ihrer Langlebigkeit', sagt ihr Produzent und Weggefährte Brian Eno, 'liegt darin, dass es U2 nie um sich selbst gegangen ist.'
Die Prominenz spielte Bono irgendwann als Trumpfkarte für sozialen Aktivismus aus, öffnete Türen im Vatikan, dem Weißen Haus, dem Bundestag: für Afrika, gegen Aids. Dabei ging er nicht nur politisch korrekte Allianzen ein: mit Nelson Mandela, Oprah Winfrey, Bill Gates, dem Autoren Jeffrey Sachs oder Bill Clinton. Nein, er traf sich auch mit den Irak-Krieg-Unterstützern Tony Blair und George Bush. Sein Tanz auf dem Polit-Drahtseil hat ihm viel Lob und viel Kritik eingebracht: 'Wahrscheinlich gibt es schlimmere Dinge, als von einem wohlhabenden irischen Rockstar mit Cowboyhut über Entwicklungshilfe für Afrika belehrt zu werden - nur fällt mir gerade nichts Schlimmeres ein', schrieb bissig der Reisejournalist Paul Theroux über Bono. Es gehe ihm nur ums Ergebnis, konterte der bebrillte Cowboyhut-Träger. 'Die Leute warfen mit Tomaten, wenn sie mich auf einem Bild mit Bush abhängen sahen. Aber als danach die US-Regierung die bisher größte Anti-Aids-Kampagne subventionierte, verstummten selbst die härtesten Kritiker.
Dieses Album enthält kein Booklet
