Sehnsucht Annett Louisan

Album Info

Album Veröffentlichung:
2026

HRA-Veröffentlichung:
11.09.2026

Label: Atelier Louisan

Genre: Pop

Subgenre: Adult Contemporary

Interpret: Annett Louisan

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 44.1 $ 12,80
  • 1 Herz mit Gebrauchsspuren 02:58
  • 2 An deiner Seite 02:38
  • 3 Weltuntergang 03:05
  • 4 Altersvorsorge 02:39
  • 5 Lied von der Freiheit 03:37
  • 6 Generationen & Dämonen 03:37
  • 7 Fleischgewordenes Chanson 03:14
  • 8 Ich kann dich nicht mehr sehen 03:12
  • 9 Bis nach Hause 03:09
  • 10 Königin der Nacht 04:03
  • 11 Ich geh nur schon mal voraus 02:14
  • Total Runtime 34:26

Info zu Sehnsucht

Über 20 Jahre nach ihrem Debüt und mehr als 1,5 Millionen verkauften Tonträgern schlägt die Stimme des deutschen Chansons, Annett Louisan, ein neues künstlerisches Kapitel auf. Ihr mittlerweile neuntes Studioalbum trägt den Titel „Sehnsucht“ und markiert eine Phase der persönlichen und musikalischen Reife.

Jedes Album entspreche bei ihr einer Phase, sagt die Sängerin, "Sehnsucht" stehe für eine fröhlichere als jene davor, die sich auf "Babygirl" um Frauen in der Lebensmitte drehte. Acht Alben hat die Hamburgerin bereits veröffentlicht. "Sehnsucht" ist nun das neunte. "Es ist eine Phase des Ankommens, des sich wieder zu Hause Fühlens, des Loslassens. Auf jeden Fall hell", sagt sie anlässlich einer Begegnung im The George Hotel im Hamburger Stadtteil St. Georg, in dem sie auch mit ihrer Familie lebt.

"Das Vorgängeralbum war auch ein Abschied von Dingen, die man kannte, von Selbstbildern. Man kämpft ja in Wachstumsphasen, da gab es mehr Drama. Das habe ich hinter mir gelassen. Jetzt gibt es eine positive Klarheit", sagt Annett Louisan aufgeräumt. Sie trägt einen schwarzen Hoseneinteiler, elegante Pumps und einen lässigen Kunstpelz über dem Arm. So viel Extravaganz muss sein. Auch mit 49 Jahren hat sie sich eine jugendliche, absolut natürliche Ausstrahlung bewahrt.

Die Texte sind auch auf dem neuen Album häufig humorvoll, erfrischend ironisch, entlarvend. Selbst ernste Dinge besingt sie mit Witz und einem Augenzwinkern. In dem Song "Keine Altersvorsorge" etwa nimmt sie Frauen die - etwas angestaubte - Illusion vom Märchenprinzen als Rentenversicherung und bedient sich beim Finanz-Vokabular mit der Zeile "Ein schöner Po ersetzt kein Depot".

Sie selbst hat sich ihre Unabhängigkeit mit harter Arbeit erkämpft. "Ich habe mir mein Selbstbewusstsein auch erarbeitet durch Disziplin, durch Lebenserfahrung. Ich kann heute besser nein sagen und auf mich aufpassen. Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch und die werden leider oft ausgenutzt. Das Wichtigste ist, dass man sich selbst mag."

Dieses sehr persönliche Thema streift Louisan auch in "An Deiner Seite". Es sei wichtig, dass das Umfeld sich auch mit einem freuen könne, wenn man Erfolg habe. Das sei vor allem unter Frauen nicht selbstverständlich. "Wir Frauen lernen gerade, wie wir uns gegenseitig unterstützen." Als das "böse Lied" auf dem Album bezeichnet sie "Weltuntergang". Darin fragt sie sich, welches Outfit wohl am besten zur Apokalypse passen würde. "In den sozialen Netzwerken stehen Beauty-Tipps neben Flutkatastrophen und Stürmen. Das führt zu einem Unwohlsein und einer wirklichen Weltuntergangsstimmung", findet sie.

In "Generationen und Dämonen" wiederum erzählt sie von den Frauen in ihrer Familiengeschichte - etwa einer aufopferungsvollen Großmutter -, die in Ostdeutschland (Havelberg) begann. "In diesem Lied steckt eine so positive Botschaft, die zeigt, warum ich im Kern ein progressiver Mensch bin. Ich kann meine Meinung verändern, weil ich weiß, wie wichtig das ist. Ich habe gesehen, wie sich von einem Tag auf den nächsten wirklich eine ganze Gesellschaft verändern kann - zum Beispiel durch den Mauerfall. Meine Mutter hat in mittleren Jahre noch mal ganz neu angefangen und hat es geschafft. Es ist nie zu spät."

Progressiv ist Annett Louisan, auch wenn ihre Musik auf den ersten Blick so heimelig-nostalgisch daherkommt. "Ich kann verstehen, dass Menschen sich in Zeiten von multiplen Krisen nach der Vergangenheit sehnen. Wenn ich Bilder aus den 1980er-Jahren sehe, bekomme ich gleich ein Heile-Welt-Gefühl. Nur wird das leider oft ausgenutzt von Diktaturen und Autoritären, die eine Vergangenheit zeichnen, die es nicht gibt und so nie gegeben hat. Es ist gefährlich, die Vergangenheit in der Erinnerung zu verklären. Dabei ist so viel Platz für Fortschritt."

In "Fleischgewordenes Chanson" besingt sie auch die verschwundene Sehnsucht nach durchgefeierten Nächten. "Heute sehne ich mich nach anderen Dingen, nach Natur, nach Ruhe, einer anderen Lebensqualität, einem tiefen Gespräch."

In dem Zusammenhang erklärt sie auch, warum sie seit drei Jahren keinen Alkohol mehr trinke. "Ich habe so viel geschafft, auch an Arbeit mit mir selbst. Man kann aber nur an sich arbeiten, wenn man klar ist. Ich hatte das Bedürfnis, das zu kommunizieren, weil ich als Künstlerin oft Alkohol und Zigaretten inszeniert habe, also das Bild von Rock'n'Roll, mit dem ich aufgewachsen bin. Damals gab es für Mädchen in der Disco Alkohol umsonst."

Annett Louisan




Annett Louisan
In der kleinen Gemeinde Schönhausen in der Altmark ist das Land flach und der Fluss breit. Nach dem Krieg wurde der größte Teil des örtlichen Schlosses, in dem vor fast 200 Jahren Otto von Bismarck zur Welt kam, gesprengt. Die Bibliothek blieb stehen und diente lange als Schulgebäude. Hier ist Annett Louisan aufgewachsen. Geboren, in der nur wenige Kilometer entfernten Kreisstadt Havelberg, lebte sie bis zu ihrem zwölften Lebensjahr mit ihrer Mutter im kleinen Schönhausen an der großen Elbe.

„Dieser Ort hat meine Kindheit und damit mein ganzes Leben tief geprägt“, betont die junge Frau, die heute zu den erfolgreichsten und prägendsten Sängerinnen im deutschsprachigen Raum gehört. „Alles hier war sehr überschaubar. Wir hatten kein Telefon, und auch viele Dinge, die uns heute völlig selbstverständlich erscheinen, gab es einfach nicht. Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, die Jahrzehnte älter sind als ich, kommt es vor, dass wir viele Alltagserinnerungen gemeinsam haben.“ Aus heutiger Sicht wirkt diese Kindheit an der Elbe fast ein bisschen wie eine vergessene Erinnerung an das 19. Jahrhundert. „Es hatte was von Huckleberry Finn am Mississippi“, sagt sie heute. „Und in Bismarcks Bibliothek bin ich zur Grundschule gegangen.“

Mit zwölf Jahren zog Annett mit ihrer Mutter stromabwärts, nach Hamburg. „Damals begann meine introvertierte Phase“, erinnert sie sich. „Das war schon ein krasser Wechsel: vom Dorf in die Großstadt, vom Osten in den Westen.“ Das Porträt der Künstlerin als junge Frau: Sie ist 17, malt und taucht immer tiefer in die so legendäre wie lebendige Hamburger Musikszene ein. Damals gab es deutschsprachigen HipHop, der prägend für sie war. Es gab die klugen Songwriter der Hamburger Schule, es gab Udo Lindenberg oder Ulla Meinecke – und über der Stadt schwebte immer noch ein bisschen der Geist von The Beatles live at the Star Club. Hier, in Deutschlands musikalischem Schmelztiegel, hatte sich in den 90ern eine höchst kreative Home Recording-Szene entwickelt. Und mittendrin: Annett Louisan.

Tagsüber studierte sie an der Kunstakademie Malerei, abends finanzierte sie ihr Studium u.a. als Backgroundsängerin für Popsongs oder Werbejingles. „Ich hatte schon immer eine sehr spezielle Stimme und eine saubere Artikulation, deswegen wurde ich gebucht.“ Doch längst arbeitete Annett an einem eigenen musikalischen Konzept, einer Melange aus Pop und Chanson, die sie schließlich mit dem Textdichter und Produzenten Frank Ramond so verfeinerte, dass 2004 unter dem Titel „Bohème“ ihr erstes Album erscheinen konnte. Gleich die erste Single „Das Spiel“ erreichte Platz 5 der Charts – für Annett Louisan aus dem kleinen Schönhausen in der Altmark war dies der Beginn eines neuen Lebens, der Beginn einer großen Karriere. Alles Weitere ist längst deutsche Pop-Geschichte.

Fünf Jahre lang folgten Album- und DVD-Veröffentlichungenen, ausverkaufte Tourneen, Gold- und Platinauszeichnungen, die Goldene Stimmgabel, der Deutsche Musikpreis ECHO als Künstlerin des Jahres und zahlreiche weitere Auszeichnungen. 2009, nach dem Platin-Erfolg „Teilzeithippie“ und der dazugehörigen Tour, begann sie in aller Ruhe mit den Vorbereitungen für ihr fünftes Album. „Ich wollte einfach persönlicher werden und fragte mich: Wer ist eigentlich Annett Louisan?“ Auf der Suche nach einer Antwort zog sie für eine Zeit lang allein nach New York. „In der Mutter aller Städte konnte ich alles sein und niemand. Gerade das half mir einen ehrlicheren Blick auf mich selbst zu bekommen. Ich habe dort wieder angefangen mehr Gitarre zu spielen und habe mir sehr viele Konzerte angeschaut.“ Dann ging’s zurück nach Deutschland, wo ich dann beispielsweise in Augsburg Brecht gesungen habe. Mir ging es einfach darum, etwas völlig anderes zu machen, um mich zu orientieren.“

Im Frühjahr 2010 kehrte sie nach Berlin zurück und begann mit der Arbeit an ihrem fünften Album, das nun unter dem programmatischen Titel „In meiner Mitte“ erscheint. Gemeinsam mit dem Liedermacher Danny Dziuk entstanden Songs, die sehr persönliche Einblicke gewähren, ohne dabei indiskret zu sein. Auch die Zusammenarbeit mit Ulla Meinecke, Annette Humpe und Ulf Krüger öffnet den Blick auf eine bislang unbekannte Annett Louisan, eine Künstlerin, die ihren Weg weiter geht und sich dabei auf ihre Wurzeln besinnt. Auf Geschichten, in denen das Land flach und der Fluss breit ist, Geschichten von Schönhausen, Hamburg, Berlin, New York und wieder zurück..

Dieses Album enthält kein Booklet

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