Album Info

Album Veröffentlichung:
2024

HRA-Veröffentlichung:
06.10.2026

Label: Resonando

Genre: Classical

Subgenre: Choral

Interpret: Seicento vocale & Jan Croonenbroeck

Komponist: Viktor Ullmann (1898-1944), Ernst Krenek (1900-1991), Max Reger (1873-1916), Robert Schumann (1810-1856), Johannes Brahms (1833-1897)

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FLAC 96 $ 12,80
  • Robert Schumann (1810 - 1856): Op. 75/1:
  • 1 Schumann: Op. 75/1: Schnitter Tod 03:53
  • Johannes Brahms (1833 - 1897): WoO 35/12:
  • 2 Brahms: WoO 35/12: Altdeutsches Kampflied 02:26
  • Viktor Ullmann (1898 -1944): Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke:
  • 3 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise I 2 03:01
  • 4 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise I 5 03:33
  • Robert Schumann: Wenn mein Stündlein vorhanden ist (Endenicher Sterbechoral):
  • 5 Schumann: Wenn mein Stündlein vorhanden ist (Endenicher Sterbechoral) 01:43
  • Viktor Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke:
  • 6 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise II 2 01:29
  • Johannes Brahms: WoO 34/13:
  • 7 Brahms: WoO 34/13: Schnitter Tod 02:11
  • Viktor Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke:
  • 8 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise II 5 01:25
  • 9 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise II 6 01:02
  • 10 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise II 7 01:43
  • 11 Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke: Weise II 8 02:03
  • Johannes Brahms: WoO 34/8:
  • 12 Brahms: WoO 34/8: In stiller Nacht 02:22
  • Ernst Krenek (1900 - 1991): Op. 72:
  • 13 Krenek: Op. 72: Kantate von der Vergänglichkeit des Irdischen 19:27
  • Max Reger (1873 - 1916): Op. 144B:
  • 14 Reger: Op. 144B: Seele, vergiß sie nicht 14:22
  • Johannes Brahms: WoO 20:
  • 15 Brahms: WoO 20: Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde 03:09
  • Total Runtime 01:03:49

Info zu Friedensrufe

Das Debüt-Album des Vokalensembles Seicento vocale spannt musikalisch und thematisch einen Bogen vom Dreißigjährigen Krieg zu den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts - ein Konzeptalbum, das Kriegsgeschehen in klang- und wortgewaltigen Facetten darstellt: von der fragwürdigen Glorifizierung des Heldentodes bis hin zur offenkundigen Sinnlosigkeit jungen Sterbens.

Im Mittelpunkt steht eine Erzählung Rainer Maria Rilkes über einen jungen Cornet, die Viktor Ullmann 1944 im KZ Theresienstadt als Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke einfühlsam und fesselnd vertonte. Ullmanns Komposition für Klavier und Sprecher wurde von Seicento vocale in einzelne Szenen aufgeteilt, für Chor arrangiert und mit a capella-Gesängen von Johannes Brahms und Robert Schumann kontrastiert. So entwickelt sich aus Rilkes trostloser Reise in ein fernes Kriegsgebiet, aus ersehnter Rast und einem barocken danse macabre die Katastrophe: Am Morgen der Schlacht verschläft der Cornet; um seine Truppe nicht gänzlich im Stich zu lassen, stürzt er ungeschützt in die Feindeslinien. Hinterbliebenen, Chor und Zuhörenden bleibt nur die Empathie der mittrauernden Natur in Brahms' In stiller Nacht.

Barocken Ton übernimmt auch Ernst Krenek mit der Auswahl der Gedichte, die er für seine Kantate von der Vergänglichkeit des Irdischen trifft. Sie verbindet die in ihrem Ausdrucksgehalt zeitlose Lyrik von Gryphius, Fleming oder Opitz mit einer modernen musikalischen Sprache. Geschrieben 1932, thematisiert die Kantate das Leid und die physischen wie psychischen Auswirkungen von Krieg so vergangenheitsbewältigend wie prophetisch.

Max Regers Requiem „Seele, vergiß sie nicht“ auf einen Text von Friedrich Hebbel lässt sich als Bekenntnis zu einer lebendigen Trauer und Erinnerungskultur lesen, das Brahms in seiner Schiller-Vertonung Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde noch stärker zuspitzt: Trost findet sich in der Hoffnung, dass ehrliche Trauerarbeit den Samen legt für eine bessere, blühendere Zukunft.

Dem jungen Ensemble wie auch den Solistinnen sind ein losgelassenes und farbenreiches Ausgestalten, klangliche Qualität und interpretatorische Tiefe zu eigen. Mit seinem Debüt-Album will Seicento vocale zu einem verantwortungsvollen, historisch bewussten Miteinander beitragen. Die Werke dienen nicht nur dem musikalischen Genuss, sondern auch dem Gedenken und der Verarbeitung der Schrecken vergangener Kriege, verbunden mit dem Wunsch nach einem kollektiven „Nie wieder“.

Cornelia Samuelis, Sopran
Henriette Gödde, Alt
Cornelia Glassl, Klavier
Seicento Vocale
Jan Croonenbroeck, Musikalische Leitung




Jan Croonenbroeck
ist seit der Spielzeit 2023/2024 Erster Kapellmeister am Staatstheater Nürnberg. Er dirigierte eigene Einstudierungen von Lucia di Lammermoor und als Wiederaufnahme Il trovatore und übernahm Nachdirigate von Nabucco, Parsifal und Pelléas et Mélisande.

Presse und Publikums feierten seine Einstudierung von Eugen Onegin zu Beginn der Spielzeit 2024/2025. Zu seinen weiteren Dirigaten in Nürnberg gehörten neben der Wiederaufnahme von Le nozze di Figaro und Hänsel und Gretel auch Vorstellungen von Carmen und Der fliegende Holländer sowie zahlreiche Konzerte. In der Spielzeit 2025/2026 wird er in Nürnberg eine Neueinstudierung von Puccinis Turandot leiten und Vorstellungen von Kaija Saariahos Innocence, Lulu und einen Ballettabend mit Strawinskis Petruschka und Pulcinella dirigieren.

Jüngste Gastspiele führten Jan Croonenbroeck 2024/2025 an das Stadttheater Gießen, wo er kurzfristig die Leitung der Premiere von Verdis Il trovatore übernahm und als Dirigent von Glucks Orphée et Eurydice an das Staatstheater Darmstadt. Im Herbst 2025 leitete er am Stadttheater Gießen die Neuinszenierung von L’elisir d’amore.

Der junge Dirigent stammt aus Münster und erhielt früh eine private Musikausbildung in den Fächern Klavier, Cembalo, Posaune und Gesang. Nach dem Abitur absolvierte er von 2007 bis 2011 ein Studium der Katholischen Kirchenmusik, Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik in Detmold und komplettierte sein Orgelstudium 2012 mit einem Diplomabschluss in der Klasse von Prof. Tomasz Adam Nowak. Anschließend begann Jan Croonenbroeck ein Studium der Orchesterleitung an der Hochschule für Musik in Detmold bei Prof. Karl-Heinz Bloemeke, von 2012 bis 2015 vertiefte er seine dirigentische Ausbildung bei Prof. Per Borin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, wo er 2015 mit einem Bachelor of Music abschloss.

Wichtige Impulse erhielt Jan Croonenbroeck durch Meisterkurse unter anderem bei Peter Planyavsky (Orgelimprovisation), Paul van Nevel und Marie Guinand (Chorleitung), Axel Bauni, Till Fellner und András Schiff (Klavier / Liedbegleitung) sowie Sylvain Cambreling und Tilo Lehmann (Orchesterleitung). Als Organist und Liedbegleiter gewann Jan Croonenbroeck zahlreiche Wettbewerbe und wirkte bei einigen CD-Einspielungen mit. 2010 erhielt er das Bayreuth-Stipendium des Richard-Wagner-Verbands Münster.

Seine klassische Kapellmeisterkarriere begann Jan Croonenbroeck an der Staatsoper Stuttgart, wo er 2013 bis 2015 zunächst als Assistent des Chordirektors, dann von 2015 bis 2017 als Solokorrepetitor engagiert war. Er war mit der Einstudierung von Werken wie Elektra, Tristan und Isolde, Eugen Onegin, La Bohème, Rigoletto, Tosca, Der Freischütz sowie Brittens Death in Venice betraut und assistierte Cristian Curnyn bei Händels Alcina und Giuliano Carrella bei Jossi Wielers Neuinszenierung von Händels Ariodante. Im Juni 20217 dirigierte er seine eigene Einstudierung von Gion Antoni Derungs' a capella-Oper Benjamin im Kammertheater Stuttgart.

Gastverpflichtungen als Korrepetitor führten zur Zusammenarbeit mit Pablo Heras-Casado beim Lucerne Festival 2013, mit Jeffrey Tate beim Bach-Collegium Stuttgart 2014 und mit Stéphane Dénève beim Sinfonierorchester des SWR, zu den Bamberger Symphonikern für Verdis Falstaff mit Jonathan Nott, zu den Festspielen Baden-Baden für La Damnation de Faust mit Sir Simon Rattle und zum Musikfest Berlin für die Einstudierung von Schönbergs Die Jakobsleiter mit Ingo Metzmacher. Als musikalischer Assistent und Co-Dirigent wirkte er bei Donizettis L'elisir d'amorebei den Opernfestspielen in St. Margarethen und bei Sergei Banewitschs Die Schneekönigin auf Schloss Esterházy in Eisenstadt.

Von 2017/2018 war Jan Croonenbroeck Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Bayerischen Staatstheater Nürnberg, wo er Aufführungen von Verdis La traviata, Tschaikowskis Der Nussknacker sowie Familienkonzerte dirigierte. Als Repetitor betreute er unter anderem die Neueinstudierungen von Lehárs Die lustige Witwe, Zimmermanns Die Soldaten sowie Monteverdis Il ritorno d‘Ulisse in patria, die Wiederaufnahmen von Verdis Otello, Mozarts Die Zauberflöte sowie Puccinis La Bohème und Tosca.

Zur Spielzeit 2018/2019 wechselte Jan Croonenbroeck als Kapellmeister und Studienleiter an das Hessische Staatstheater Darmstadt. Er leitete eigene Neuesinstudierungen, unter anderem von Bernsteins Trouble in Tahiti, Twice through the heart von Turnage oder Christian Josts Fassung der Dichterliebe, und erweiterte sein Opernrepertoire durch Nachdirigate von Verdis Un ballo in maschera, Fidelio, Lucia di Lammermoor, La Bohème, Lulu, Eugen Onegin, Turandot und Cole Portes Kiss me, Kate sowie Monteverdis Orfeo. Hinzu kamen Familienkonzerte des Staatsorchesters Darmstadt mit Bernsteins Symphonic Dances from West Side Story, Beethovens Pastorale, Brittens A Young Person’s Guide to the Orchestra, Elgars Enigma Variations, Griegs Peer Gynt Suiten sowie Saint-Saëns’ Karneval der Tiere.

Seit 2018 ist Jan Croonenbroeck regelmäßig als Studienleiter und Assistent bei den Bayreuther Festspielen tätig. Er assistierte zunächst Christian Thielemann bei Lohengrin, 2021 Pietari Inkinen bei der Neueinstudierung der Walküre, war 2022 musikalischer Assistent der Neuinszenierung Der Ring des Nibelungen, die von Cornelius Meister geleitet wurde und assistierte Andris Nelsons bei den Konzerten zum Abschluss der Festspielsaison. Als Studienleiter von Tannhäuser assistierte er 2023 und 2024 Natalie Stutzmann, bei Parsifal assistierte er 2023 und 2024 Pablo Heras-Casado. Als Assistent von Pablo Heras-Casado arbeitete Jan Croonenbroeck bei der Neueinstudierung von Das Rheingold im Januar 2025 erstmals an der Opéra National de Paris.

Jan Croonenbroeck ist zudem Dirigent und Cembalist des Ensembles Seicento Vocale, das sich mit exquisiten Aufführungen von Werken des 17. Jahrhunderts seit einigen Jahren einen Namen gemacht hat. Das Debütalbum des Ensembles mit dem Titel Friedensrufe wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik und den International Classical Music Award nominiert.



Dieses Album enthält kein Booklet

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