Brother Where You Bound (Remastered 2026) Supertramp

Album Info

Album Veröffentlichung:
1985

HRA-Veröffentlichung:
19.06.2026

Label: A&M

Genre: Rock

Subgenre: Modern Rock

Interpret: Supertramp

Das Album enthält Albumcover

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  • 1 Cannonball (Remastered 2026) 07:42
  • 2 Still In Love (Remastered 2026) 04:36
  • 3 No Inbetween (Remastered 2026) 04:36
  • 4 Better Days (Remastered 2026) 06:15
  • 5 Brother Where You Bound (Remastered 2026) 16:27
  • 6 Ever Open Door (Remastered 2026) 03:05
  • Total Runtime 42:41

Info zu Brother Where You Bound (Remastered 2026)

„Brother Where You Bound“, das im Mai 1985 erschien, markierte einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Band. Es war das erste Studioalbum nach dem Ausscheiden des Gründungsmitglieds Roger Hodgson, wodurch Rick Davies zum alleinigen Hauptsongwriter und Sänger wurde. Das Album erreichte Platz 20 in Großbritannien und Platz 21 der US-amerikanischen Billboard 200, angeführt von der Single „Cannonball“, einem Top-30-Hit, der die Chartpräsenz der Band in einer Zeit des strukturellen Wandels sicherte.

Über die kommerziellen Erfolge hinaus zeichnet sich das Album durch seinen ambitionierten Titelsong aus, eine 16-minütige Komposition, die sich auf Themen des Kalten Krieges stützt und Auszüge aus George Orwells „1984“ enthält. An der Aufnahme wirkten namhafte Zeitgenossen mit, darunter David Gilmour an der Gitarre und Scott Gorham, was die Anlehnung an die Traditionen des Progressive Rock in einer Zeit unterstrich, in der sich die früheren Werke der Band eher an eingängigen Pop-Strukturen orientiert hatten.

Rick Davies, Keyboards, Lead- und Backing-Gesang
John Helliwell, Saxophone, Glockenspiel
Dougie Thomson, Bass
Bob Siebenberg, Schlagzeug
Weitere Musiker:
David Gilmour, Gitarrensoli bei „Brother Where You Bound“
Scott Gorham, Rhythmusgitarre bei „Brother Where You Bound“
Marty Walsh, Gitarre bei „Cannonball“, „Better Days“, „Brother Where You Bound“ und „Still in Love“
Doug Wintz, Posaune bei „Cannonball“
Cha Cha, Backing-Gesang bei „Still in Love“
Brian Banks, Synclavier-Programmierung
Anthony Marinelli, Synclavier-Programmierung
Gary Chang, Fairlight- & PPG-Programmierung
Scott Page, Flöte bei „Better Days“ und „Brother Where You Bound“

Digital remastered




Supertramp
Dass Supertramp zu Superstars ihrer Zeit wurden, ist ein mittelschweres Wunder. Bands wie King Crimson oder Jethro Tull hatten die bluesdurchtränkte Rockmusik zu Art-Rock sublimiert und eine Hörerschaft erzogen, die sich beim Tanzen in Woodstock verausgabt hatte und nun aufmerksam (und ganz in Ruhe) elaborierte Soli und virtuose Arrangements verfolgen wollte. Supertramp taten, was sie konnten. „Das war durchaus haarig“, erinnert sich Keyboarder Rick Davies in den Liner Notes. „Ich hatte gerade erst angefangen, Hammond zu spielen, und war mit dem Instrument noch nicht recht vertraut.“ Sein Spiel auf dem ersten, selbstproduzierten Album „Supertramp“ sei, wie er meint, optimierungsfähig gewesen.

Tatsächlich bietet das Frühwerk einige ungeahnte Einblicke. Die Verheiratung von Art-Rock mit Pop erforderte einige Flirts mit der Rhythm&Blues-Tradition und ein vorsichtiges Herantasten an komplexere Song- und Arrangementstrukturen. „Surely“, dem ersten Album entnommen und auf „Retrospectacle – The Supertramp Anthology“ in einer alternativen Version zu hören, steht noch deutlich in der Mersey-Beat-Tradition. Für „Land Ho“, einer der seltenen Songs von Supertramp, gilt dasselbe – allerdings bekommt man es hier mit einem flotten Shuffle zu tun, ein rhythmisches System, das erst unmittelbar zuvor von Led Zeppelin einer ersten Erprobung unterzogen worden war.

Die musikalische Entwicklung von Supertramp nachzuverfolgen, ist ein denkbar dankbares Unterfangen. Gegründet 1969 mithilfe einer Kleinanzeige im „Melody Maker“ („Musiker gesucht“), befanden sich Supertramp umgehend in einer privilegierten Situation. Rick Davies hatte die Bekanntschaft von Stanley August Miesegaes gemacht, einem holländischen Millionär. Sam, wie man ihn nach seinen Initialien nannte, wurde für eine Weile Manager und Gönner der Band, die er komplett finanzierte. So hatte Davies Gelegenheit, Line-ups auszuprobieren und die musikalische Richtung mal behutsam, mal drastisch zu wechseln.

1974 befanden sich Supertramp auf Kurs und nahmen mit der LP „Crime of the Century“ Fahrt auf. Das Line-up bestand nun aus der Doppelspitze Rick Davis (keys) und Roger Hodgon (git), die wechselweise sangen, John Helliwell (sax), Dougie Thomson (b) und Bob Siebenberg (dr). Das Songwriting wurde selbstbewusster, die Stilistik erschien klar konturiert. Supertramp gingen als Headliner auf Tournee, Mund-zu-Mund-Propaganda hatte die Band als heißen Act empfohlen. Supertramp sollten nicht enttäuschen.

Mit „Crisis? What Crisis?“gelang Supertramp 1975 der Sprung nach Amerika. Vom holländischen Millionär hatte man sich da längst getrennt: Miesegaes hatte zwar Geld, verstand aber nichts vom Musikbusiness. Supertramp schon: Für ihre Shows betätigten sie sich als Street-Promoter und verteilten auf offener Straße Konzerttickets an Passanten. Supertramp nahmen das Geschäft in die eigenen Hände – und sicherten sich so ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit.

Wohin die führt, ist auf Stücken wie „Dreamer“, „Crime of the Century“ und „Sister Moonshine“ nachzuhören. Nach „Even in the quietest Moments“ erschien dann 1979 das fulminante Werk „Breakfast in America“. Das brachte den endgültigen Durchbruch und eine ganze Menge Klassiker: „Goodbye Stranger“, „Take the Long Way Home“ und natürlich den „Logical Song“. Letzterer spiegelte den Zeitgeist der Post-Hippie-Epoche und die Herausbildung des Alternativen-Milieus. Die Lyrics finden sich daher in Englischlehrbüchern für die Oberstufe.

Die Entwicklung danach ist besonders spannend. Erst 1985 erschien mit „Brother where you bound“ die nächste Platte: Textlich deutlich politischer, näherten sich Supertramp wieder den Blues-Roots. Supertramp hatten sich vom selbstgeschaffenen Innovationsdruck befreit. Eine Lässigkeit hielt Einzug, die bis heute andauert. Und zu Abgeklärtheit und Bescheidenheit führt: „Wir lernen noch“, sagt Davies. „Wir sind immer noch dabei herauszufinden, wie die Dinge funktionieren.“ Dabei muss man eigentlich nur das von Davies persönlich zusammengestellte „Retrospectacle“ anhören. Dann weiß man, was geht.

Dieses Album enthält kein Booklet

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