Controlling Crowds Parts I-III (2024 Remastered Deluxe Edition) Archive

Album Info

Album Veröffentlichung:
2024

HRA-Veröffentlichung:
17.01.2025

Label: [PIAS] Recordings Catalogue

Genre: Rock

Subgenre: Adult Alternative

Interpret: Archive

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 44.1 $ 14,20
  • 1 Controlling Crowds (2024 Remaster) 10:08
  • 2 Bullets (2024 Remaster) 05:53
  • 3 Words On Signs (2024 Remaster) 03:59
  • 4 Dangervisit (2024 Remaster) 07:36
  • 5 Quiet Time (2024 Remaster) 05:54
  • 6 Collapse / Collide (2024 Remaster) 09:11
  • 7 Clones (2024 Remaster) 05:01
  • 8 Bastardized Ink (2024 Remaster) 03:33
  • 9 Kings of Speed (2024 Remaster) 04:22
  • 10 Whore (2024 Remaster) 04:15
  • 11 Chaos (2024 Remaster) 05:28
  • 12 Razed to The Ground (2024 Remaster) 05:21
  • 13 Funeral (2024 Remaster) 07:18
  • 14 Times To Kill (2024 Remaster) 03:57
  • 15 State Of You (2024 Remaster) 03:20
  • 16 Pick A Side (2024 Remaster) 02:14
  • Total Runtime 01:27:30

Info zu Controlling Crowds Parts I-III (2024 Remastered Deluxe Edition)

Controlling Crowds (Parts I-IV) ist das sechste Studioalbum der britischen Band Archive. Es bestand zunächst aus diesen drei Teilen:

Teil I: Controlling Crowds; Bullets; Words on Signs; Dangervisit; Quiet Time
Teil II: Collapse / Collide; Clones; Bastardised Ink; Kings of Speed; Whore
Teil III: Chaos; Razed to the Ground; Funeral

Das sechste Studioalbum des Kollektivs um Danny Griffiths und Darius Keeler scheint unter einer Dunstglocke aus Paranoia entstanden zu sein. 13 Stücke und 80 Minuten lang erzählen uns die Macher konzeptionell aufwendig von Endzeit, Kollaps, Huren, Chaos, Tod und Teufel. Ausufernd, niederschmetternd, gleichzeitig jedoch elegisch und voll klanglicher Schönheit. Ein wenig ist der Vergleich mit den wunderschönen Bildern absoluter Zerstörung eines Francis Ford Coppola angebracht, die “Apocalypse Now” zu einem derart verstörenden Film machen. Jenseits dieser Assoziationen schaffen Archive den Konsens zwischen komplexen Strukturen, State-Of-The-Art-Elektronika, effektvoll eingewobenen Raps (von Gründungsmitglied Rosko John) und dem Einsatz von Orchester samt 32-köpfigem Chor. Das waren die Positiva. Denn abseits der zweifellos meisterhaften Inszenierung des Albums – vielleicht der besten Archive-Produktion ever – leidet das Thema der „kontrollierenden Massen“ unter unerträglichen Allgemeinplätzen. Während die Musik ab der Hälfte nur noch als stylisches Möbelstück funktioniert, verschwindet das inhaltliche Konzept komplett in einer Wolke aus Schöngeist. Selten haben einen Visionen der Apokalypse so wenig berührt wie hier.

Archive

Digitally remastered




Archive
wurde 1994 in London von Darius Keeler und Danny Griffiths gegründet. Die beiden Musiker entstammen der elektronischen Underground-Szene der frühen 90er-Jahre und waren stark von der Trip-Hop-Welle aus Bristol beeinflusst.

Während Acts wie Massive Attack oder Portishead den Ton angaben, suchten Keeler und Griffiths von Anfang an nach einem eigenen Zugang zu diesem neuen, düsteren Sound zwischen Hip-Hop, Electronica und orchestralen Elementen.

Für ihr Debütalbum holten sie sich die Sängerin Roya Arab und den Rapper Rosko John ins Studio. Das Resultat, Londinium, erschien 1996 bei Island Records und gilt bis heute als ein unterschätzter Klassiker des Genres. Die Mischung aus atmosphärischer Elektronik, Streichern und politischen Texten kam bei der Kritik gut an, fand aber nur ein kleines Publikum. Nach dem Album kam es zur Trennung von Arab und Rosko John, woraufhin Archive sich neu formierten – eine Dynamik, die sich über die gesamte Bandgeschichte hinweg fortsetzen sollte.

Mit dem zweiten Album Take My Head (1999) vollzogen Archive eine radikale stilistische Wende. Suzanne Wooder übernahm den Gesang, der Sound war deutlich melodischer, zugänglicher und poppiger als noch beim Debüt.

ARCHIVE - YOU MAKE ME FEEL Stücke wie „You Make Me Feel“ (aktuell zu hören in der neuen Renault Werbung) erreichten größere Aufmerksamkeit, vor allem in Frankreich und Deutschland. Trotz des Erfolgs war auch diese Phase nur eine Momentaufnahme. Wooder verließ die Band, Keeler und Griffiths zogen sich erneut ins Studio zurück und entwickelten den Sound, der Archive langfristig prägen sollte: eine epische, cineastisch angelegte Klangarchitektur, die elektronische Elemente mit Post-Rock, Prog und orchestralen Arrangements verband.

2002 erschien You All Look The Same To Me, das bis heute als eines ihrer wichtigsten Alben gilt. Mit dem irischen Sänger Craig Walker fand die Band eine Stimme, die das neue Klangbild perfekt ergänzte. Der über 16 Minuten lange Opener „Again“ wurde zum Signature Track der Band, Songs wie „Numb“ oder „Meon“ verbanden melancholische Melodien mit ausufernden Spannungsbögen. Archive entwickelten sich in dieser Phase von einem Studioprojekt zu einer festen Liveband, die vor allem in Frankreich und Osteuropa schnell eine wachsende Fangemeinde fand.

Die folgenden Alben Noise (2004) und Lights (2006) führten den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Auf Noise dominierte eine dunkle, fast aggressive Stimmung. Der Song „Fuck U“ wurde zu einem ihrer bekanntesten Stücke – düster, verletzlich, intensiv. Lights setzte stärker auf elektronische Flächen, komplexe Songstrukturen und atmosphärische Spannungsbögen. Archive etablierten sich in dieser Zeit als feste Größe im europäischen Raum, ohne je in den Mainstream abzurutschen.

Mit Controlling Crowds, einem in vier Teilen veröffentlichten Konzeptalbum aus dem Jahr 2009, erreichte die Band einen kreativen Höhepunkt. Die erste Veröffentlichung bestand aus den Teilen I bis III, Teil IV wurde einige Monate später nachgereicht. Das Gesamtwerk ist geprägt von einer düsteren Gesellschaftsanalyse, in der Themen wie Überwachung, Entfremdung und digitale Kontrolle zentral sind. Die Tracks changieren zwischen elektronischem Minimalismus und monumentaler Opulenz. Archive zeigten sich hier als musikalisches Kollektiv, in dem wechselnde Stimmen, Klangfarben und Stimmungen zu einem dichten Gesamtkonzept verwoben wurden.

Archive - The Empty Bottle (Official Video) Nach dem Ausstieg von Craig Walker wurde Rosko John erneut Teil der Band. Auf dem 2012 erschienenen Album With Us Until You’re Dead übernahm er gemeinsam mit Maria Q, Dave Pen und Pollard Berrier die Vocals. Auch dieses Album setzte stark auf thematische Kohärenz, vermied aber einfache Songstrukturen zugunsten von Spannungsaufbau und Atmosphäre. Die Band klang fokussierter und zugleich experimenteller als je zuvor.

2014 erschien Axiom, ein Projekt zwischen Soundtrack und Album. Die Musik wurde parallel zu einem Kurzfilm geschrieben, der die visuelle Dimension der Band weiter auslotete. Archive dachten Musik und Bild seit jeher zusammen, mit Axiom wurde dieses Prinzip konsequent umgesetzt. Der Film wurde bei ausgewählten Konzerten live mit der Musik aufgeführt und unterstrich die Ambitionen der Band jenseits klassischer Albumformate.

Mit Restriction (2015) legten Archive ein politisch aufgeladenes Album vor, das sich zunehmend tanzbaren Rhythmen öffnete, ohne die für sie typische emotionale Tiefe aufzugeben. Stücke wie „Kid Corner“ oder „Ruination“ griffen soziale Themen auf, die sich in den folgenden Jahren noch zuspitzen sollten.



Dieses Album enthält kein Booklet

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