Transara Robinson Khoury

Album Info

Album Veröffentlichung:
2026

HRA-Veröffentlichung:
29.05.2026

Label: ACT Music

Genre: Jazz

Subgenre: Modern Jazz

Interpret: Robinson Khoury

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1 Coquillage 04:28
  • 2 Alaoui Club 04:20
  • 3 Poussière 03:53
  • 4 Hope 02:04
  • 5 Taxi Brousse 03:46
  • 6 Pensées Irréelles 06:11
  • 7 Cyclone 03:40
  • 8 Sumud 04:09
  • 9 Matriarchy 04:00
  • 10 Prophétie Part I 02:38
  • 11 Prophétie Part II 04:15
  • Total Runtime 43:24

Info zu Transara

Der Posaunist und Komponist Robinson Khoury ist einer der meistbeachteten Rising-Stars der französischen Jazz- und Cross-Genre-Szene. Seinen Durchbruch markierte 2024 das Album MŸA im Trio mit der Perkussionistin Anissa Nehari und dem Keyboarder Léo Yassef. Die Besetzung, in der Khoury nicht nur Posaune, sondern auch modularen Synthesizer spielt und singt, wurde zu einer eng verzahnten, lebendigen musikalischen Einheit, der Titel des gemeinsamen Debütalbums wurde zum Bandnamen Robinson Khoury MŸA und das Trio steht nun auch im Zentrum des ACT-Debüts Transara.

„Ich mag das Ungewöhnliche – seltsame Kombinationen, unerwartete Besetzungen. Posaune, modulare Synthesizer, Keyboards und Percussion – das hatte ich so noch nie gehört, und genau das hat mich fasziniert“, sagt Robinson Khoury über das Trio. Und weiter: „Ich glaube, wir funktionieren auch deshalb so gut miteinander, weil wir gemeinsame mediterrane Wurzeln in unseren Familien haben - das Mittelmeer verbindet uns.“ Ebenso prägend sei das urbane Leben in Paris, in dem unterschiedlichste Einflüsse aufeinandertreffen.

Transara markiert für Khoury eine Evolution. Das erste MŸA-Album beschreibt er als eine Art „Embryo“, aus dem sich langsam ein musikalisches Lebewesen formte, das heute eine gemeinsame musikalische Sprache spricht. Die organische und intuitive gemeinsame Musik bewegt sich, so Khoury, „in eine andere Welt, in eine andere Realität“. Dies meint auch der Titel Transara: einen Übergang zwischen den Welten, eine Verbindung von Räumen und Zuständen.

Auch Robinson Khourys persönlicher musikalischer Weg ist von Vielschichtigkeit und Transformation geprägt. Aufgewachsen in Lyon als Sohn eines Jazzpianisten und einer Jazzsängerin, war Musik von Anfang an allgegenwärtig. Er sang im Kinderchor der Oper Lyon und verbrachte die Sommer beim Festival Jazz à Vienne. Der Bruch kam mit elf Jahren, als der Stimmbruch ein Weitersingen im Chor unmöglich machte. Auf der Suche nach einem neuen Ausdruck fand er die Posaune: „Ich habe ein Instrument gesucht, durch das ich weiter singen kann – und die Posaune war dafür perfekt.“ Schon wenige Jahre später studierte er am Konservatorium in Lyon und spielte parallel in Jazzclubs. Früh bewegte er sich zwischen Klassik und Jazz und entwickelte eine Offenheit für unterschiedliche Stile.

Mit etwa 18 Jahren entdeckte er zudem die arabische Musik – etwa Umm Kulthum oder Nusrat Fateh Ali Khan –, die ihn nachhaltig prägte. Obwohl er libanesische Wurzeln hat, sei diese Musik zunächst kein selbstverständlicher Teil seines Alltags gewesen; umso unmittelbarer habe sie sich als Ausdruck auf der Posaune angefühlt. „Ich liebe an der arabischen Musik besonders den Gesang. Diesen auf die Posaune zu übertragen, fühlte sich sehr natürlich an, da sie für mich wie eine zweite Stimme ist.“ Bald wurden Musiker wie Ibrahim Maalouf oder Natacha Atlas auf ihn aufmerksam und holten ihn in ihre Bands. Zudem gründete Khoury das Sextett Sarāb, das ebenfalls arabische Musik und Jazz miteinander verbindet.

Es sind all diese Einflüsse, Jazz, arabische Musik, die Spielkultur aus Robinson Khourys klassischer Ausbildung, die Liebe zum Gesang und den Drang zur Veränderung, die sich in Transara wiederfinden. Und die Musik ist auch ein Kommentar auf unsere Zeit, bewegt sich stetig zwischen Melancholie und Wärme. „Angesichts der Welt, die uns umgibt, kann man nicht anders, als nachdenklich und melancholisch zu sein,“ sagt Robinson Khoury. Gleichzeitig gehe es ihm darum, einen geschützten Raum zu schaffen in dem sich Musiker und Publikum sicher und geborgen fühlen und ihre Gefühle und Gedanken teilen können.

Ein zentrales Beispiel dafür ist das Stück „Poussière“ („Staub“). Khoury erklärt, es gehe um all die Leben, die „zu früh von uns gehen“. Zugleich liege darin eine tröstliche Perspektive: „Sie sind nicht einfach verschwunden. Der Staub bleibt Teil dieses Planeten, wir atmen ihn, er ist Teil von uns.“ Aus dieser Vorstellung entstehe Hoffnung – die Gewissheit, dass Vergangenes weiterwirkt und uns hilft, „weiter zu hoffen und zu atmen“.

Robinson Khoury, Posaune, Modular-Synthesizer, Leadgesang (Tracks 6, 9)
Anissa Nehari, Perkussion (Tracks 6, 9)
Léo Jassef, Klavier, Synthesizer, Gesang (Tracks 6, 9)




Robinson Khoury
ist ein vielseitiger Posaunist und Komponist, der sich zu einer der markantesten Stimmen seiner Generation im zeitgenössischen Jazz entwickelt hat. Er erlangte erstmals an der Seite von Ibrahim Maalouf und Natacha Atlas Bekanntheit, trug zum Erfolg der Gruppe SARAB bei und erregte schon früh in seiner Karriere die Aufmerksamkeit der Kritiker. Sein Album „Broken Lines“ erhielt eine besondere Auszeichnung der Académie Charles Cros, was seinen Platz in einer neuen Welle zukunftsorientierter Künstler bekräftigte.

Khoury trat als Solist mit dem Metropole Orkest auf und spielte mit dem Quincy Jones Orchestra, während er gleichzeitig mit renommierten Musikern wie Lew Soloff und Mark Turner zusammenarbeitete. Sein Spiel zeichnet sich durch eine seltene Kombination aus technischer Präzision, expressiver Tiefe und einer ständigen Suche nach neuen Klangwelten aus.

Mit seinem Projekt MŸA erforscht Khoury die organischen Ursprünge von Klang und Leben und verbindet dabei alte rhythmische Strukturen und modale Einflüsse aus nahöstlichen Traditionen mit elektroakustischen Texturen, die durch modulare Synthese geformt werden. Verwurzelt im Jazz und doch über dessen Grenzen hinausreichend, entfaltet sich die Musik durch kollektiven, wortlosen Gesang und schafft so immersive und zeitlose Klanglandschaften.

Im März 2025 wurde Robinson Khoury mit dem Prix Django Reinhardt ausgezeichnet, Frankreichs renommiertester Auszeichnung für Jazzmusiker. Er wurde zudem für die Victoires du Jazz Awards 2025 in der Kategorie „Best Concert of the Year“ nominiert, was seine wachsende internationale Anerkennung weiter unterstreicht.



Booklet für Transara

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